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Teil 1: Tipps aus dem Bundeskadertraining

Zwischen dem europäischen Grand Prix in Riom und dem Shanghai-Weltcup 2013 besuchte ich das Training des Olympiakaders im Bundesleistungszentrum Kienbaum. An vier Tagen trainierten dort Deutschlands Spitzenathleten des Bogensports nach einem straff durchorganisierten Wochenplan, der von Bundestrainer Oliver Haidn und Co-Bundestrainerin Natalia Butuzova ausgearbeitet worden war. Technik-, Taktik- und Wettkampftraining, Kraft- und Ausdauertraining sowie verschiedene sportwissenschaftliche Tests sollten die Sportler an diesen Tagen absolvieren. Die neue Artikelserie gewährt einen exklusiven Einblick in das Training der Nationalmannschaft. In den folgenden Reportagen werden dann einzelne Trainingsmethoden detailliert beschrieben. Von diesen Berichten können alle Sportler und Trainer profitieren, die sich auf den Wegen des leistungsorientierten Sports bewegen.

Am 01. Mai 2013 begann in Kienbaum eine der zentralen Kadermaßnahmen der deutschen Nationalmannschaft. Neben den Athleten des Olympiakaders nahm auch Cedrik Rieger vom SSG Vogel Östringen am Training teil. Er zeigte bei den zurückliegenden Ranglistenturnieren sehr gute Leistungen und wurde durch den Bundestrainer zur Sichtung eingeladen. Janine Blenke vom Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) begleitete das Training und führte sportpsychologische Tests mit den Athleten durch. Martina Volkland, Landeskadertrainerin im Bayerischen Sportschützenverband, nutzte das Training für eine sportartspezifische Ausbildung im Rahmen ihres Diplomtrainer-Studiengangs an der Trainerakademie Köln.

Im Vorfeld des Trainings hatten Bundestrainer Oliver Haidn und Co-Bundestrainerin Natalia Butuzova ihre Trainingsziele definiert und ein Programm für die Athleten zusammengestellt. Das Trainingsprogramm wurde den Athleten zu Beginn des ersten Trainingstages in einem Seminarraum des Bundesleistungszentrums vorgestellt. Über 1.000 Pfeile sollte jeder Athlet an den folgenden vier Tagen schießen, davon allein 600 Pfeile am dritten Trainingstag. Das Training sollte die Sportler in den folgenden Tagen immer wieder an ihre Leistungsgrenzen bringen. Die Inhalte der Trainingsabschnitte sind in einen langfristigen Trainingsprozess eingebunden, der die Sportler an ihren Zielwettkampf heranführt. In den folgenden Abschnitten werden die Trainingsmethoden und die angesprochenen Tests vorgestellt. Die Leistungskontrollen im Training und die sportwissenschaftliche Tests dienen als Indikatoren für die Entwicklung eines jeden Athleten. Mit den gewonnenen Ergebnissen kann die individuelle Trainingsplanung optimiert und das Training zielgerichtet gesteuert werden.

Über 1.000 Pfeile schossen die Athleten an den vier Trainingstagen.
Über 1.000 Pfeile schossen die Athleten an den vier Trainingstagen.

Die Testbatterie

Die Trainingspläne der Sportler enthalten Programme, die zur Leistungssteigerung der speziellen und allgemeinen Kraft, der Kraftausdauer, der aeroben Ausdauer sowie der Beweglichkeit führen sollen. Oliver Haidn überprüft diese Leistungsentwicklung monatlich mit der von ihm und Professor Dr. Jürgen Weineck entwickelten Testbatterie. Bei diesem Testverfahren durchläuft der Sportler 12 Stationen. Zu den allgemeinen Tests zählen beispielsweise ein Lauftest, Kraftmessungen der rechten und linken Hand, Liegestütz, Messung der Schulterblattbeweglichkeit sowie spezielle Tests, wie  der Ankerhaltetest, bei dem gemessen wird, wie lange der Sportler seinen Pfeil im Vollauszug bei stabiler Technik und unter Einbindung der Zielphase (Laser) unter dem Klicker halten kann.

Spezieller Teil der Testbatterie: gemessen wird die Zeit, die Erik Skoeries den Pfeil unter dem Klicker halten kann.
Spezieller Teil der Testbatterie: gemessen wird die Zeit, die Erik Skoeries den Pfeil unter dem Klicker halten kann.

Neben der Überprüfung der Leistungsentwicklung verfolgt Oliver Haidn ein weiteres Ziel mit der Testbatterie. Bisher gehen Experten im Bogensport davon aus, dass bestimmte konditionelle Eigenschaften eine besondere Bedeutung für die Leistungsentwicklung im Bogensport haben. Sportwissenschaftliche Untersuchungen liegen jedoch häufig nicht vor, und so bewegen sich die Expertenaussagen im Bereich von prognostizierenden Wahrscheinlichkeiten. Haidn und Blenke vergleichen innerhalb einer Langzeituntersuchung die gemessenen Daten der Testbatterie mit den Schieß- bzw. Wettkampfergebnissen der Athleten. Mit Hilfe einer speziellen Software soll dann ausgewertet werden, welche konditionellen Eigenschaften eines Sportlers tatsächlich zur Leistungssteigerung im Bogensport führen. Mit dem Ergebnis der Untersuchung könnte beispielsweise die Frage geklärt werden, inwieweit sich Spitzenschützen durch spezielle Kraftfähigkeiten spezifischer Muskulatur auszeichnen. Mithilfe der Untersuchungsergebnisse kann das Training damit künftig noch zielgerichteter gestaltet werden. Ineffektive Trainingsarten können durch zielführende Methoden ersetzt werden. „Die Testreihe zeigt bereits erste Tendenzen auf“, erklärte Oliver Haidn. „Dennoch müssen die abschließenden Befunde der Untersuchungen abgewartet werden, um klare Aussagen treffen zu können.“

Sportpsychologische Untersuchungen

Janine Blenke vom Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT, Leipzig) führte mit den Athleten sportpsychologische Tests durch. Dabei  wurde das Trainings- und Erfassungsprogramm STEPS eingesetzt. Dieses Testverfahren entwickelte das IAT in Kooperation mit dem DSB speziell für das Sportschießen. Der Bundeskader arbeitet bereits seit längerem mit diesem System. Die Sportler lösen innerhalb einer  Testreihe verschiedene Aufgaben unter Zeitvorgaben an einem Notebook. Im Fokus der Testreihe stehen die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit der Sportler sowie die Fähigkeiten der Hand-Augenkoordination. Um diese Fähigkeiten zu verbessern, trainieren die Sportler auch außerhalb der zentralen Kadermaßnahmen diese Übungen am PC. Die Ergebnisse werden über das Internet an das IAT übertragen und dort von den sportwissenschaftlichen Mitarbeitern ausgewertet. Mit den Untersuchungsergebnissen werden zwei wesentliche Ziele verfolgt. Zunächst sollen die Sportler ihre psychischen Fähigkeiten trainieren und verbessern. Zudem sollen die Untersuchungsergebnisse Rückschlüsse über die Bedeutung der psychischen Fähigkeiten in Bezug auf die Schießleistungen ergeben. Nach Auswertung der Ergebnisse kann die Testreihe angepasst und Trainingsinhalte können gezielter aufgebaut werden. Darüber hinaus könnten die Ergebnisse künftig die Talentsuche und -förderung vereinfachen.

Isabel Viehmeier beim sportpsychologischen Testverfahren „STEPS“.
Isabel Viehmeier beim sportpsychologischen Testverfahren „STEPS“.

Test zur Ermittlung der anaeroben Schwelle

Am zweiten Trainingstag fuhren die Kaderathleten zum Olympiastützpunkt nach Berlin. Im Rahmen eines Lauftests erfolgten bei den Athleten unter Leitung des Sportwissenschaftlers Axel Noack die Messung von Puls- und Laktatwerten. Auf einer 400-Meterbahn liefen die Sportler zunächst sechs Runden in einer langsamen Geschwindigkeit. Das Lauftempo wurde durch das Aufleuchten von Bodenlampen vorgegeben. Die Pulsfrequenz wurde während des gesamten Tests durch eine elektronische Messung am Läufer erfasst und per Funk an eine Datenstation zur Auswertung übertragen. Nach sechs gelaufenen Bahnen wurde die erste Laktatmessung durchgeführt. Es folgte eine Ruhephase von einer Minute. Danach  liefen die Sportler erneut ihre Runden, jedoch mit einer höheren Geschwindigkeit. Anschließend folgte eine weitere Laktatmessung. Dieses Verfahren wurde bis zur Erschöpfung des Sportlers fortgesetzt.

Isabel Viehmeier und Erik Skoeries bei der Blutabnahme für den Laktattest im Olympiastützpunkt Berlin.
Isabel Viehmeier und Erik Skoeries bei der Blutabnahme für den Laktattest im Olympiastützpunkt Berlin.



Fünf Lauftests dieser Art werden pro Jahr mit den Kaderathleten durchgeführt, um deren allgemeine Ausdauerleistungsentwicklung zu erfassen. Grundlage für die Bewertung sind die gelaufene Geschwindigkeit, die Herzfrequenz und der Laktatwert. Nur durch Ausdauertraining können die Athleten ihre Werte verbessern.

Wofür ist die Messung des Laktatwertes bei einem Bogensportler wichtig? Das Stoffwechselprodukt Laktat bildet sich zu einem Zeitpunkt  einer intensiven Belastung,  bei dem der über die Atmung aufgenommene Sauerstoff nicht mehr ausreicht, um die Muskeln mit der notwendigen Energie zu versorgen. Der Laktatwert gilt neben der maximalen Sauerstoffaunahmekapazität (VO2Max) als guter Indikator für die objektive Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit eines Sportlers. Eine niedrige Pulsfrequenz hat im Bogensport eine Bedeutung, weil  die Athleten dadurch nicht nur das Visierkorn ruhiger im Ziel halten können (geringerer Tremor), sondern insbesondere bei Wettkämpfen in den Sommermonaten über viele Stunden hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Eine gute Ausdauerleistungsfähigkeit lässt hohe Umgebungstemperaturen nicht nur besser tolerieren, sondern liefert auch einen Beitrag zur schnelleren Regeneration des Schützen.

Krafttraining

Am zweiten Trainingstag absolvierten die Kaderathleten ein Workout. Kienbaum bietet mit den Fitness- und Krafträumen optimale Bedingungen. Lisa Unruh übernahm die Übungen des Workouts. Dabei setzte sie die App „Nike Training Club“ für mobile Endgeräte von Apple ein. Diese kostenfreie Software aus dem Hause des bekannten Sportartikelherstellers stellt dem Anwender verschiedene Workouts zur Auswahl. Alle Übungen werden durch die App erklärt. Die Dauer jeder einzelnen Übung wird durch die App vorgegeben.

Workout mit der App „Nike Training Club“.
Workout mit der App „Nike Training Club“.

Vielfalt der Trainingsinhalte

Neben den Testverfahren und dem Krafttraining stand als zentraler Inhalt des Kaderlehrgangs an jedem der Trainingstage ein umfangreiches Bogensporttraining auf dem Programm. Oliver Haidn und Natalia Butuzova setzten bei dieser Maßnahme die Schwerpunkte auf das Technik- und Wettkampftraining. Zum Beginn eines jeden Bogensporttrainings wurden zunächst Aufwärmübungen durchgeführt. Alle Muskelgruppen vom Hals bis zu den Füßen wurden systematisch aufgewärmt. Anschließend führten die Kaderathleten ihre Schießtechnik mit einem Thera-Band aus. Erst danach begann dann das Schießen mit dem Bogen.

Über die gesamten Tage wurden unterschiedliche Inhalte im Training eingesetzt. So schossen die Athleten am ersten Tag ihre 70 Meter auf 80er Auflagen, um die Präzision zu trainieren. Bei einem weiteren Trainingsblock schossen die Sportler auf vertikale und später auf horizontale Streifen, um die jeweilige Pfeilstreuung einzugrenzen. Das Anhalten wurde trainiert, indem auf der Scheibe runde Zielpunkte aus Papier positioniert wurden. Taktische Fähigkeiten sind insbesondere bei windigen Wettkampftagen von Bedeutung. Dann nämlich muss der Schütze nicht nur in der Lage sein, das Visier auf einem bestimmten Punkt der Scheibe anzuhalten, sondern gleichsam den Wind immer wieder so einzuschätzen, dass der Pfeil ins Gold abgetragen wird.

Elena Richter trainiert das Schießen auf Zielpunkten.
Elena Richter trainiert das Schießen auf Zielpunkten.

Eine Methode, die immer wieder in einzelnen Blöcken eingesetzt wurde, war die sogenannte Kontrastmethode. Dabei schoss der Sportler eine zuvor festgelegte Anzahl von Pfeilen unter einem besonderen Handicap. Unmittelbar danach erfolgte das Schießen ohne Handicap unter den gewohnten Bedingungen. Als Handicap wurden beispielsweise Gewichtsmanschetten an den Bögen befestigt, um das Eigengewicht der Bögen deutlich zu erhöhen. Die Sportler schossen damit sechs Pfeile, entfernten die Gewichtsmanschetten und schossen dann weitere sechs Pfeile. Danach holten die Sportler ihre Pfeile. Nach insgesamt 72 Pfeilen wurde die Methode gewechselt. Ein weiteres Beispiel für die Kontrastmethode war das Einnehmen des Stands auf einer instabilen Schaumstoffmatte. Durch diese Methode sollte die Gleichgewichtsfähigkeit trainiert werden. Im Rahmen eines psychologischen Trainingswurden sogenannte Stresskarten eingesetzt (z.B. Handicap Publikum). Publikumsstress wurde beispielsweise durch Teilnehmer eines Seminars erzeugt, in dem sich die bestellten Zuschauer unmittelbar hinter den Sportler stellten und über ihn und seine Ergebnisse diskutierten, während der Sportler seine Pfeile schoss.

Bei der Durchführung dieser unterschiedlichen Trainingsinhalte kennzeichneten die Sportler jeweils ihre Treffer an Ergebnistafeln.  „Die Sportler vergleichen ihre Treffer untereinander. Jeder will wissen, wo er steht und sieht sich motiviert, seine Leistung nach vorne zu bringen“,  erklärte Oliver Haidn. Eine wettkampfnahe Situation wird auf diese Weise simuliert.

Beim Techniktraining setzten die Trainer die Videoanalysesoftware Dartfish ein. Zudem kamen Tablet-PCs zum Einsatz, die ebenfalls mit einer Videosoftware ausgestattet waren. Die Sportler schossen jeweils einen Pfeil und überprüften anschließend die Ausführung der Schießtechnik mit Hilfe der zeitversetzten Wiedergabe des Videos. 

Veronika Haidn-Tschalova überprüft Details ihrer Schießtechnik im Video.
Veronika Haidn-Tschalova überprüft Details ihrer Schießtechnik im Video.

Beim Bowrelease-Drill schossen die Sportler ohne Fingerschlinge. Der Trainingspartner fing den Bogen auf. Der Sportler überprüfte dabei, ob der Bogen nach jedem Schuss gleichmäßig nach vorne fiel. Mit dieser Methode wurde u.a.  der konstante Druck der Bogenhand in der Griffschale überprüft.

Veronika Haidn-Tschalova und Karina Winter beim Bowrelease-Drill.
Veronika Haidn-Tschalova und Karina Winter beim Bowrelease-Drill.

Die unterschiedlichen Trainingsinhalte betteten Oliver Haidn und Natalia Butuzova in einen geordneten Trainingsablauf ein. Zu bestimmten Zeitpunkten des Trainings wurden festgelegte Inhalte und Inhalte trainiert. Zuvor erhielten die Kaderathleten eine klare Einweisung in die Trainingsmethode, so  dass jeder zu jedem Zeitpunkt genau wusste, was er trainieren sollte. Oliver Haidn erklärte, dass die Vielfalt der Trainingsinhalte eingesetzt wird, damit die Sportler flexibel auf Veränderungen reagieren können. Grade auf Wettkämpfen muss der Sportler in der Lage sein, sich auf rasch verändernde Bedingungen und auftretende Handicaps einzustellen, ohne dabei in der Leistung abzufallen. Der Sportler benötigt für jede Situation eine rasche Lösung. Das ist ein wesentliches Ziel der Vielfalt von Trainingsinhalten. Hinzu kommt, dass das umfangreiche Training der Sportler niemals eintönig werden darf. Die Vielfalt der Trainingsinhalte bringt Abwechslung in das Training und steigert die Motivation. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Trainingsinhalte im Gesamtkontext des Jahresplans zielführend sein müssen und nicht allein der Abwechslung dienen. Das zuvor beschriebene Taktiktraining zum Anhalten auf Zielpunkten wird beispielsweise systematisch über einen langen Zeitraum aufgebaut. „Bereits beim Hallentraining trainierten unsere Sportler das Anhalten unter vereinfachten Bedingungen (z.B. Zielpunkte auf verschiedenen Sektoren der Scheibe)“, sagte Oliver Haidn. Je nach Leistungsstand werden die Trainingsinhalte und -umfänge angepasst. Beim Anhalten wird beispielsweise der Zielpunkt verkleinert, wenn der Sportler den bisher eingesetzten Zielpunkt regelmäßig trifft. „Das Training muss immer eine Herausforderung für den Sportler sein.“

Oliver Haidn stellt die Inhalte vor dem Training vor.
Oliver Haidn stellt die Inhalte vor dem Training vor.

Am dritten Trainingstag schossen die Kaderathleten jeweils 600 Pfeile. „Die Athleten verfügen über eine stabile Schießtechnik. 300 bis 400 Pfeile sind die Sportler von ihrem täglichen Training gewöhnt“, sagte Oliver Haidn. „Doch bei 600 Pfeilen tauchen irgendwann die ersten Schwächen in  der Schießtechnik auf. Diese gilt es herauszufiltern, um sie zu Stärken auszubauen.“

Am letzten Trainingstag stand für die Kaderathleten eine Leistungskontrolle über 72 Pfeile auf dem Plan. Sie schossen dabei auf ihre vier FITA/WA-Distanzen. In jeder Passe wurden neun Pfeile geschossen; danach  erfolgte ein Wechsel zur nächsten Entfernung. Auch hier war das Trainingsziel neben der eigentlichen Leistungskontrolle die Festigung der Fähigkeit, sich immer wieder auf neue Bedingungen (Distanzwechsel) einzustellen. Zum Ende der Leistungskontrolle erfolgte ein Finalschießen der besten acht Athleten. Diese schossen in ihren Matches jeweils nur einen Pfeil und verließen dann die Schießlinie, bis der Matchpartner seinen Pfeil geschossen hatte. Bis zum Ende des Finales mussten die Sportler also immer wieder ihren Stand neu einnehmen, ihren Matchpfeil schießen und sich neu orientieren.

Trainingsabschluss

Für die Kaderathleten endete das Training am vierten Tag mit einer abschließenden Besprechung.  Dieses Training diente zwar auch als Vorbereitung für den anstehenden Weltcup in Shanghai. Dennoch war das Training nur eine Etappe auf dem Weg zum Zielwettkampf: die Weltmeisterschaft 2013 in Antalya, die am 29. September beginnt. Oliver Haidn und Natalia Butuzova werteten zum Ende der zentralen Kadermaßnahme die formulierten Trainingsziele aus. Die Ansprüche an die Sportler sind bei jedem Kadertraining entsprechend der Etappe in den unterschiedlichen Trainingskomponenten (Technik, Taktik, Athletik, …) unterschiedlich hoch. Die Testbatterie, der Laktattest, das Workout und die Anzahl der geschossenen Pfeile sollen die Sportler immer wieder an ihre Leistungsgrenzen führen. Die Ansprüche, die das Trainerteam an sich selbst stellte, waren nicht weniger hoch angesetzt. Oliver Haidn und Natalia Butuzova waren die Ersten am Trainingsplatz, um  die jeweiligen Trainingsabschnitte vorzubereiten, und sie waren die Letzten, die den Trainingsort verließen. Bis spät abends werteten sie die Tagesergebnisse und Testreihen aus. Oliver Haidn nutzte schließlich seinen Aufenthalt in Kienbaum für die Durchführung einer regionalen Trainerfortbildung.

Details der Schießtechnik wurden mit den Athleten besprochen.
Details der Schießtechnik wurden mit den Athleten besprochen.

Das Training in Kienbaum zeigte, dass die Vielfalt von Trainingsinhalten im Leistungssport eine wichtige Rolle spielt. Bereits unsere Artikelserie über die Talentschmieden in Deutschland wies sehr deutlich auf das zielgerichtete Arbeiten mit unterschiedlichen Inhalten im Training hin. Die Vielfalt von Trainingsinhalten und das zielgerichtete Arbeiten sind wesentliche Faktoren für einen erfolgreichen Weg im Bogensport.
In weiteren Reportagen werden einzelne Trainingsmethoden des Bundeskaders detailliert vorstellen.

Das Bundesleistungszentrum in Kienbaum

Das Bundesleistungszentrum in Kienbaum, rund 40 Kilometer östlich von Berlin, ist das Trainingszentrum für den Spitzensport, das am häufigsten für  die zentralen Kadermaßnahmen der Bogensportler genutzt wird. Kienbaum verfügt über herausragende Bedingungen. Neben Sport- und Schwimmhallen sowie einem Kraftraum bietet die Anlage einen traumhaften Bogensportplatz mit allen Wettkampfentfernungen und einer Top-Ausstattung. Nicht zu vergessen sind die Unterkünfte für Trainer und Athleten, eine Kantine, eine Sauna mit Whirlpool sowie die für die Trainingsorganisation wichtigen Seminarräume. Die Einrichtung wird vom Trägerverein Bundesleistungszentrum Kienbaum e.V. geführt. Sie ist eine vom Bundesinnenministerium geförderte Einrichtung, in der neben Bogensportler auch zahlreiche andere olympische Kader trainieren.

Informationen gibt es im Internet unter www.kienbaum-sport.de

Überblick aller Artikel dieser Serie

Text: GK

 

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