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10 Tipps für die Auswahl eines Recurvebogens

Die Fachgeschäfte für den Bogensport bieten ein reichhaltiges Sortiment von unterschiedlichen Sportbögen an. Holz-, Metall- oder Carbon-Mittelteile können mit unterschiedlichsten Wurfarmen in zahlreichen Längenvarianten kombiniert werden. 10 grundlegende Tipps sollen helfen, einen passenden Bogen für die individuellen Anforderungen des Sportlers zusammenzustellen. 

Rechts- oder Linksbogen?

Grundsätzlich erfolgt vor der Auswahl eines Rechts- oder Linksbogens ein Test zur Augendominanz. Das Testverfahren kann im Bogensportverein oder beim Bogensporthändler durchgeführt werden. Gängige Testverfahren sollten kombiniert werden.

Die richtige Bogengröße

Die Auszuglänge des Sportlers ist das entscheidende Kriterium für die richtige Bogengröße. Ist die Auszuglänge nicht bekannt, zieht der Sportler den Bogen aus und begibt sich in die Halteposition. Mittig des Buttons wird der Pfeilschaft markiert. Zur Berechnung der Auszuglänge wird die Distanz vom Nockboden (tiefster Punkt in der Nocke) bis zur Markierung gemessen und 1 ¾“ hinzuaddiert. Aus der Auszuglänge ergibt sich eine Empfehlung zur Bogengröße:

Auszuglänge
in Zoll
Bogengröße
24" 62"
24" bis 26" 64"
26" bis 27" 66"
27" bis 29" 68"
29" bis 32" 70"
32" oder mehr 72"

 

Ist die Bogengröße zu kurz gewählt, zeigen die Wurfarme häufig in der Klickerendphase ein hartes Auszugverhalten, wodurch eine feine und kontrollierte Klickerarbeit beeinträchtigt werden kann. Im Vollauszug bildet die Sehne eines zu kurz ausgewählten Bogens im Bereich der Zugfinger einen spitzen Winkel, der die korrekte Positionierung der Zugfinger und auch das Lösen der Sehne durch einen stärkeren Sehnenreflex negativ beeinträchtigen kann.

Hintergrundinformation

  1. Der federnd gelagerte Stift des Buttons.
  2. Höhenverstellbarer Finger der Pfeilauflage.
  3. Damit jeder Pfeil die gleiche Abschussenergie erhält, wird der Klicker als Auszugkontrolle eingesetzt.
  4. Zum Beginn der Klickerendphase liegt die Pfeilspitze ein bis zwei Millimeter unter dem Klicker. Die Klickerenphase endet mit dem Auslösen des Klickers. Danach löst der Sportler die Sehne des Bogens.

Kombination von Mittelteil und Wurfarmen

Das Standardmaß der Mittelteillängen liegt bei 25“. Einige Hersteller bieten darüber hinaus auch kürzere Mittelteile in 23“ oder aber längere Mittelteile in 27“ an. Die Bogengröße ergibt sich aus der Kombination des Mittelteils mit den Wurfarmen in den Längen: kurz, mittel oder lang. Ein Beispiel: Ein 25“ Mittelteil mit langen Wurfarmen ergibt eine Bogengröße von 70“. Weil kürzere Wurfarme über eine höhere Seitenstabilität verfügen, kombinieren Spitzensportler gelegentlich ein 27“ Mittelteil mit mittellangen Wurfarmen. Diese Kombination ist allerdings nur zu empfehlen, wenn sich der gewählte Wurfarmtyp auch in der Klickerendphase weich ziehen lässt. Eine Empfehlung wären dann Wurfarme mit einem Foam-Kern. Der Sportler muss diese Eigenschaft der Wurfarme bei seiner individuellen Pfeillänge testen. Bei der Auswahl von Mittelteilen und Wurfarmen muss letztlich noch auf das Wurfarmaufnahmesystem geachtet werden. Mittelteile und Wurfarme mit dem ILF-Standard können nicht mit einem Formula-System kombiniert werden.

Das perfekte Zuggewicht

Nur mit einer stabilen und biomechanisch günstigen Schießtechnik lassen sich gute Ergebnisse schießen. Zu hoch ausgewählte Zuggewichte verhindern eine stabile Schießtechnik. Sporteinsteiger arbeiten mit niedrigsten Zuggewichten, um zunächst die Schießtechnik zu erlernen. Kinder und Jugendliche sollten keine extremen Zuggewichte schießen. Bei erfahrenen Bogensportlern, die sich an ihr Endzuggewicht heranarbeiten, kann mit dem Ankerhaltetest das richtige Zuggewicht schnell ermittelt werden. Dazu geht der Sportler in den Vollauszug und muss bei stabiler Technik seinen Pfeil mindestens 30 Sekunden unter dem Klicker halten können. Der Test wird abgebrochen, wenn sich die Pfeilspitze nach vorn bewegt oder die Technikausführung instabil wird. Hält der Sportler den Pfeil über 30 Sekunden unter dem Klicker, kann das Zuggewicht leicht erhöht werden. Ist die Zuggewichtserhöhung über die Tillerschrauben ausgereizt, können stärkere Wurfarme gewählt werden. Die Zuggewichtserhöhung sollte Schritt für Schritt erfolgen und nicht mehr als zwei Lbs. betragen. Die entscheidende Messgröße ist dabei das reale Zuggewicht auf den „Zugfingern“ bei der individuellen Auszuglänge des Sportlers. Sie kann mit einer Bogenwaage gemessen werden.

Holz-, Metall- oder Carbon-Mittelteil?

Holzmittelteile haben in der Regel ein leichtes Eigengewicht und sind daher gerade für Einsteiger ein echter Tipp! Im Leistungssport sind Holzmittelteile nicht mehr zu finden. Bei höheren Zuggewichten sind verwindungssteife Mittelteile aus Aluminium oder Carbon gefragt. Beide Materialien liefern präzise Ergebnisse und sind daher auch im Spitzensport vertreten.

Welche Wurfarme?

Carbon-Wurfarme erzeugen gegenüber den preisgünstigeren Fiberglas-Wurfarmen bei gleichem Zuggewicht eine höhere Abschussenergie. Sportler, die noch nicht ihr Endzuggewicht erreicht haben, können nach dem Wechsel von Fiberglass- auf Carbon-Wurfarme möglicherweise endlich ihre Wettkampfdistanz erreichen. Ein weiteres Auswahlkriterium ist der Kern der Wurfarme. Mit  einem Foam-Kern lassen sich Wurfarme weicher ziehen und erreichen eine leicht höhere Abschussenergie. Der Holzkern reagiert gutmütiger auf Technikfehler, erzeugt aber ein härteres Abschussgefühl. Im Spitzensport werden ausschließlich Carbon-Wurfarme mit Foam- oder Holzkern geschossen.

Fiberglasswurfarm mit einem Holzkern.
Fiberglasswurfarm mit einem Holzkern.

Eigengewicht des Bogens und die Stabilisation

Ein zu hohes Gewicht des Bogens wirkt sich negativ auf die Schießtechnik aus. Daher orientiert sich das Eigengewicht des Bogens zunächst an den physischen Voraussetzungen, die der Sportler mitbringt. Ein Sportbogen mit einem höheren Eigengewicht lässt sich durch seine Masse ruhiger im Ziel halten. Auf eine Windböe reagiert ein schwerer Bogen zwar weniger stark, jedoch wird es durch seine Masse schwieriger, den Bogen zurück in das Gold zu führen.  Kaderathleten nutzen ein allgemeines und spezielles Athletiktraining und können auch Sportbögen mit einem hohen Gewicht bewältigen. Das Gewicht des Bogens kann insbesondere durch die Auswahl des Mittelteils mit seinem Eigengewicht und den Stabilisatoren mit ihren Schraubgewichten beeinflusst werden. Die Länge und die Gewichtsverteilung der Stabilisatoren beeinflussen den Drehpunkt und das Kippverhalten des Bogens und übernehmen beim Abschuss mit ihren Dämpfern eine vibrationsreduzierende Wirkung auf das Gesamtsystem. Durch die Verlagerung der Masse lässt sich der Bogen ruhiger im Zielpunkt halten. 

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Pfeilauflage, Button

Für eine präzise Grundeinstellung des Sportbogens sollte der Auflagefinger der Pfeilauflage höhenverstellbar sein. Beim Button empfiehlt es sich, auf Qualität zu achten. Der Stift des Buttons sollte sauber und präzise gleiten, damit er seine Wirkung entfalten kann. Rasterbutton verbessern die Reproduzierbarkeit der Einstellungen.

Das Visier

Qualitativ minderwertige Visiere werden zum Ärgernis, wenn sich durch die Abschussvibrationen Schrauben und Muttern immer wieder lösen. Für ein gutes Visier lohnt es sich, etwas mehr Geld auszugeben.

Sollte ein Bogen im Internet bestellt werden?

Bestellungen in einem Online-Shop eines Bogensportfachhändlers sind eine gute Wahl, wenn der Sportler genau weiß, welches Material er benötigt, denn er bekommt dort genau das, was er bestellt. Eine Beratung zur idealen Zusammenstellung des Equipments entfällt. Wer seinen Bogen im Internet bestellt, muss in der Lage sein, die Grundeinstellungen einschließlich der Wurfarmausrichtung exakt vorzunehmen. Beim Besuch eines guten Bogensporthändlers, werden diese Einstellungen vor dem Kauf durchgeführt. Der Händler prüft die Gradheit der Wurfarme und kann vor Ort individuelle Tipps zur Auswahl und Zusammenstellung des Equipments geben. Zudem bieten zahlreiche Bogensporthändler die Möglichkeit, erste Pfeile zu schießen, um so den passenden Pfeil zum neuen Bogen zu finden. / GK

In allen größeren Städten und Regionen gibt es spezialisierte Fachhändler für den Bogensport. Einige sind in unserer Rubrik "Händler" aufgelistet.

Fachhändler für den Bogensport

/GK
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