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Die Jugend-Nationalmannschaft aus Namibia im deutschen Trainingscamp

„Neue Impulse für unsere Trainingsarbeit!“ - Rund 12.000 Kilometer reiste die Jugendnationalmannschaft aus Namibia für ein Trainingscamp nach Deutschland. Bei den World Games 2013 im kolumbianischen Cali verabredeten sich Marja Woortman aus Windhoek mit Robert Hesse, dem Disziplinverantwortlichen für Compoundsportler im Deutschen Schützenbund. Bepackt mit ihrem Bogensportequipment landeten schließlich am 22. April 2014 neun Jugendliche mit drei Betreuern, aus Windhoek kommend, am Frankfurter Flughafen. Mit dem Zug reisten sie weiter nach Hamm in NRW, wo ein abwechslungsreiches Trainings- und Freizeitprogramm auf die Gäste wartete. Ich besuchte dieses Trainingscamp, um mehr über den Bogensport in Namibia zu erfahren und stellt hier die Eindrücke des Trainings in Hamm vor. 

Marja Woortman, Head Coch des nationalen Bogensportverbandes in Namibia, ist mit dem Nachwuchs in der ganzen Welt unterwegs. So nahm sie beispielsweise 2013 mit fünf Jugendlichen an der Jugend-Weltmeisterschaft im chinesischen Wuxi teil und sie war auch 2013 mit einem Compoundsportler bei den World Games im kolumbianischen Cali, den Spielen der nichtolympischen Sportarten. Bei den afrikanischen Meisterschaften der World Archery Africa belegen die Sportler aus Namibia Top-Platzierungen.

„Unser Sohn Günther entdeckte mit einem Freund den Bogensport und es dauerte nicht lange, bis auch unsere Tochter Karola, meine Frau Marja und ich vom Bogensport begeistert waren“, sagte mir Rüdiger Woortman. 2007 nahm Günther Woortman an der Jugendweltmeisterschaft teil. Marja Woortman begann nach ihrem Einstieg in den Bogensport mit ihrer Trainerausbildung und ist inzwischen innerhalb des FAA-Certification Programs „Level 3 Coach“.  Sie treibt in Namibia die Nachwuchsarbeit voran. Gemeinsam mit dem namibischen Bogensportverband gelang es ihr, Bogenschießen als Sport in privaten Schulen in Namibia zu etablieren. NASP heißt das Jugendaufbauprogramm, das der Bogensportverband Namibia aus den USA importierte, und damit die Schüler für den Bogensport begeistert. Die Nachwuchsarbeit wird häufig aus privaten Mitteln finanziert, oder aber über Sponsoren, zu denen beispielsweise die Bank Windhoek zählt.

Head Coach Marja Woortman fördert den Nachwuchs.
Head Coach Marja Woortman fördert den Nachwuchs.

Seit Generationen lebt die deutsche Auswandererfamilie Woortman in Namibia, dem Land, das noch heute von der deutschen Kolonialzeit geprägt ist. Dass die Familie perfektes Deutsch spricht, erleichterte die Kommunikation im Trainingscamp.

Das Trainingscamp in Deutschland

Die Sportler und deren Betreuer waren in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule untergebracht, rund 200 Meter vom Bogensportplatz in Hamm entfernt. Das Essen wurde vom Hammer Sportclub 08 organisiert. Zum Frühstück und Abendessen trafen sich die Athleten am Bogensportplatz. Während des Trainingslagers war das Wetter für die Jahreszeit in Deutschland durchaus freundlich, jedoch blieb die Quecksilbersäule unter der 20 Gradmarke. Für ein Training auf dem Bogensportplatz reichten die Temperaturen, auch wenn es zeitweise regnete. „Diese Wetterverhältnisse kennen wir nur von internationalen Wettkämpfen“, sagte Rüdiger Woortman in Hamm. Zwischen 20 und 30 Grad Celsius liegen die Durchschnittstemperaturen in Namibia und die heißesten Temperaturwerte erreicht dort der Dezember mit bis zu 40 Grad Celsius.

Namibische Nachtwuchstalente bei der offenen Vereinsmeisterschaft.
Namibische Nachtwuchstalente bei der offenen Vereinsmeisterschaft.

Die 11 Tage im Trainingslager waren für die Nachwuchssportler aus Namibia abwechslungsreich durchorganisiert. Jutta Emmerich von Bogensport Aktiv hatte das Programm zusammengestellt. Jugendliche aus Hamm und der regionale Bezirkskader nahmen an dem Training teil. Technik- und Wettkampftraining, Mannschaftswettbewerbe, Bogenschießen bei Fackellicht und freies Training standen auf dem Programm. Ein besonderes Erlebnis im Bogensport erwartete die Sportler beim LAPORTE Trap Archery. Mit Begeisterung schossen die Sportler auf die fliegenden Wurfscheiben aus Schaumstoff, die von der Wurfmaschine in den Himmel katapultiert wurden.

Mit ihrem Equipment reisten die Sportler nach Herne zum Fachgeschäft „Sherwood Bogensport“, wo die Einstellungen der Bögen geprüft und zum Teil nachgestellt wurden. Shopping, der Tanz in den Mai, Schwimmen im Erlebnisbad und ein Besuch beim Oberlandesgericht in Hamm standen auf dem Freizeit- und Kulturprogramm. In der Bavaria Alm in Mönchengladbach wurde mit zünftigen Käsespätzle der deutsche Speiseplan erweitert.

Pressevertreter begleiteten das Trainingscamp. Mit einer offenen Vereinsmeisterschaft endete schließlich das Trainingscamp am 01. Mai. Über 80 Sportler nahmen an dem Wettbewerb teil. „Wir haben hier in Deutschland neue Impulse für unsere Trainingsarbeit erhalten. Unsere Wettbewerbsfähigkeit konnten wir verbessern. Dank der Tipps im Training konnten zwei Sportler ihre Schießergebnisse bei den Leistungskontrollen nach 72 Wertungspfeilen um rund 20 Ringe hochsetzen“,  sagte Rüdiger Woortman. Vom Wissen und dem Erfahrungsschatz von Head Coach Marja Woortman profitierten auch die Sportler aus Hamm. Das Camp war ein Erfahrungsaustausch mit einer Win-win-Situation für alle Teilnehmer.

Am 02. Mai 2014 startete schließlich am Flughafen Frankfurt der Direktflug der Air Namibia und brachte die Sportler und Betreuer zurück nach Windhoek in ihre Heimat. Der Austausch mit den Bogensportlern aus Namibia soll fortgesetzt werden. Die Bogensportler des Hammer Sportclub 08 haben erste Planungen angestellt. Bereits 2015 könnte ein Besuch in Namibia realisiert werden und dafür soll das Förderprogram für den Jugendaustausch in Anspruch genommen werden.

Informationen zum Bogensport in Namibia gibt es im Internet unter www.archerynamibia.org.

Das Team aus Namibia.
Das Team aus Namibia.

Republik Namibia

Namibia liegt im südlichen Teil Afrikas und zählt zu den „Commonwealth of Nations“. Neben der Amtssprache Englisch, gibt es verschiedenen Nationalsprachen, zu denen auch Deutsch und die kolonial-niederländische Sprache Afrikaans zählen. Das heutige Gebiet des Landes wurde 1884 zum deutschen Schutzgebiet erklärt und blieb bis zum Ende des Ersten Weltkrieges eine deutsche Kolonie. Der Völkerbund stellte Namibia im Jahre 1920 unter das südafrikanische Mandat. Erst 1990 erlangte Namibia nach über 100-jähriger Fremdbestimmung die Unabhängigkeit, einige Landesteile letztlich erst 1994. Seitdem ist das Land eine Republik mit einer stabilen Demokratie. Die Hauptstadt Windhoek ist von der deutschen Kolonialzeit geprägt. Die Wirtschaft floriert und Namibia zählt zu den wohlhabendsten Ländern des afrikanischen Kontinents. 2011 wurde Namibia von der UN in die Liste der Länder mit höherem mittleren Einkommen aufgenommen. Dennoch hat Namibia mit einer hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Tourismus, der Bergbau von Uran, Gold, Silber, unedlen Metallen und  Diamanten, Landwirtschaft und Viehzucht prägen die Wirtschaft des Landes. Die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Windhoek erscheint in deutscher Sprache und informiert über die aktuellen Themen des Landes: www.az.com.na

Der nationale Bogensportverband in Namibia zählt rund 100 Bogensportler, die auf drei aktive Clubs verteilt sind. In Windhoek gibt es ein Fachgeschäft für den Bogensport. Equipment, das dort nicht vorrätig ist, bestellen die Sportler in den Online-Shops des internationalen Marktes.

 

/GK

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