Weltcup Shanghai: DSB-Duo in dritter Runde
Weltcup Shanghai: DSB-Duo in dritter Runde

25.04.2018 – Mit Elena Richter und Lisa Unruh hat ein deutsches Duo in Shanghai/China, beim ersten Weltcup der Saison, den Sprung in die dritte Runde geschafft. Sechs weitere deutsche Athleten scheiterten und wurden 33. bzw. 65. Im Team-Wettbewerb gehen die Frauen als Sechste, die Männer als 15. in den Wettkampf, im Mixed scheiterten Unruh und Maximilian Weckmüller an Vietnam.

Bereits beim ersten Weltcup der Saison hat Bundestrainer Oliver Haidn Eindrücke gewonnen und Beobachtungen gemacht, die ein Fingerzeig für die Zukunft sind: "Der Weltcup in Shanghai hat eine weitere verstärkte Professionalisierung der Teams offenbart. Nahezu in ganzer Breite finden sich nun in den Top 32 auch bei den Weltcups beinahe ausschließlich Profis. Dies war seit 2008 in Peking und bis Rio 2016 lediglich den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften vorbehalten. Insgesamt lässt dies auch einen weiteren Leistungsanstieg bei erhöhter Leistungsdichte erwarten."

Frauen: Unruh mit Kraftakt

In der Qualifikation galt es zunächst, ein Gefühl für das Gelände und die Bedingungen zu finden. Dies gelang Unruh am besten, die mit 656 Ringen Platz 15 im Feld der 91 Bogenschützinnen belegte. Michelle Kroppen (25., 650) und Elena Richter (26., 650) waren auch im vorderen Drittel zu finden, Weltcup-Debütantin Katharina Bauer (78., 601) merkte man die Nervosität an. In der Ko-Phase gelang der Olympiazweiten Unruh durch einen (mentalen) Kraftakt in der zweiten Runde das Weiterkommen. Die Berlinerin lag gegen Alicia Marin (Spanien) bereits mit 0:4 zurück, ehe sie mit 29, 28 und 29 die Wende schaffte. Nun trifft sie auf die Ukrainerin Anastasia Pavlova. Richter zog mit zwei souveränen Siegen (6:0 gegen Olivia Sloan/NZL und 6:2 Oceane Guy/FRA) in Runde drei, in der sie gegen die Chinesin Hui Cao antritt. Kroppen behauptete sich zunächst in der ersten Runde mit 6:0 gegen Jen Kaboksy aus Laos, ehe das unglückliche Aus gegen die Inderin Devi Laishram kam. In Satz drei und vier hieß es jeweils Gleichstand und so musste der finale Durchgang entscheiden. Eine 8 im letzten Schuss sorgte für das 26:27 und Platz 33 aus deutscher Sicht. Für Bauer kam gegen die Französin Audrey Adiceom das Erstrunden-Aus (0:6), ihre Sätze mit 26, 25 und 26 Ringen reichten nicht aus, Platz 65.

Im Teamwettbewerb gehen die Hallen-Weltmeisterinnen Unruh, Richter und Kroppen als Sechste der Qualifikation und treffen dort in der ersten Runde auf die Ukraine. Bundestrainer Oliver Haidn sagte: "Die deutsche Frauenmannschaft hat bis jetzt insgesamt eine solide Leistung gezeigt. Neben den Leistungsträgern Lisa Unruh und Elena Richter konnte auch Michelle Kroppen eine gute Qualifikation zeigen. Zurecht stehen Lisa und Elena mit guten Chancen im 1/16-Finale, und in der Mannschaftswertung mit dem 6. Platz zusammen mit Michelle in einer guten Ausgangsposition für das 1/8-Finale."

Männer: Rieger gewinnt deutsches Duell

In der Reihenfolge Maximilian Weckmüller (28., 655), Florian Kahllund (32., 654), Felix Wieser (71., 639) und Cedric Rieger (81., 635) ging das deutsche Männer-Quartett aus der Qualifikation heraus. Dass die Qualifikation nicht unbedingt Aussagekraft für die Ko-Phase hat, wurde im deutschen Duell zwischen Kahllund und Rieger in der erste Runde deutlich: Rieger legte stets gegen seinen favorisierten Mannschaftskameraden vor, Kahllund zog nach. Somit musste der fünfte Satz entscheiden, in dem Rieger mit 29:27 das bessere Ende auf seiner Seite hatte. Leider musste sich Rieger in der zweiten Runde mit 0:6 gegen den Japaner Hiroki Muto geschlagen geben. Ebenfalls in Runde zwei schied Weckmüller aus, der gegen Muhammad Akmal (USA) den Kürzeren zog. Dabei half dem Deutschen auch eine zweimalige Führung nicht (2:0 und 4:0), den finalen Satz gab er mit 27:28 ab. Für Wieser kam in Runde eins gegen den Russen Galsan Bazarzhapov das Aus (0:6). Kahllund und Wieser beendeten den Wettkampf auf Platz 65, Weckmüller und Rieger auf Platz 33.

In der Addition der drei besten Qualifikationsergebnisse (Weckmüller, Kahllund, Wieser) gehen die deutschen Männer als 15. im Teamwettbewerb in den Wettkampf und treffen dort nach einem 5:1 gegen Thailand im 1/8-Finale auf die starken Niederländer. Haidns Kommentar: "Die deutschen Männer konnten ihr Leistungspotenzial noch nicht entfalten. Hier fehlen sicher noch einige tausend Pfeile auf der 70m-Distanz und sicher auch der ein oder andere zusätzliche Leistungsträger mit hohen Ringzahlen auch in der Qualifikation. Gegen Thailand war in der Mannschaftswertung ein Sieg Pflicht. Gegen Holland erwartet uns im 1/8-Finale eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe. Die Herren sind jedoch gefordert."

Mixed: Negative Überraschung

Überraschend verlor die Kombination Unruh/Weckmüller im Mixed-Wettbewerb mit 3:5 gegen Vietnam und vergab somit die gute Ausgangsposition als Sechster nach der Qualifikation. Trotz einer 3:1-Führung und zwei Zehnern zu Beginn des dritten Satzes gab das DSB-Duo den Sieg noch aus der Hand. "Bei aller Wertschätzung für Vietnam, das Match hätten Lisa und Max gewinnen müssen. Aber es ist erst vorbei, wenn der letzte Pfeil geschossen wurde", gab Haidn enttäuscht eine bekannte Bogen-Weisheit zum Besten.

Das deutsche Team in Shanghai

  • Katharina Bauer, Michelle Kroppen, Elena Richter, Lisa Unruh
  • Florian Kahllund, Maximilian Weckmüller, Felix Wieser, Cedric Rieger
  • Betreuer: Oliver Haidn, Natalia Butuzova, Tobias Richter (Physiotherapeut)

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Quelle: DSB

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