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Ron van der Hoff
Im Gespräch mit Ron van der Hoff über den Bogensport in den Niederlanden

Ein Interview aus dem Jahre 2015 - Im Alter von acht Jahren begann Ron van der Hoff mit dem Bogensport, schoss später über Jahre in der niederländischen Nationalmannschaft und war 2004 Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele in Athen. Nach Abschluss seiner aktiven Sportkarriere übernahm er im Jahre 2011 die Aufgabe des niederländischen Juniorennationaltrainers. Seit Anfang 2013 steht der heute 36-Jährige als Head-Coach an der Spitze des niederländischen Trainerteams, trainiert unter anderem die Top-Athleten Rick van der Ven, Sjef van den Berg und Rick van den Oever. Im Interview gewährt Ron van der Hoff einen Einblick in den nationalen Bogensport der Niederlande.

Ron, wie ist der Bogensport in den Niederlanden organisiert?

Ron van der Hoff: Der »Nederlandse Handboog Bond« ist der nationale Bogensportverband. Ihm zugeordnet sind vier Regionen, in denen jeweils vier Bezirke liegen. Etwa 270 Vereine sind dem Bogensportverband angeschlossen. Finanziell trägt sich der Bogensportverband über die Beiträge der rund 10.000 Mitglieder. Um die Finanzierung des Verbandes zu optimieren, suchen wir aktuell nach neuen Wegen des Sponsorings.

Wie wird die regionale Talentarbeit organisiert?

Ron van der Hoff: Die Talentarbeit wurde bisher von den Regionen und Bezirken organisiert und durchgeführt. 2014 haben wir damit begonnen, die Talentarbeit neu zu organisieren, um sie noch effektiver zu gestalten. Künftig sollen neben einem nationalen Trainingszentrum drei regionale Trainingszentren mit entsprechenden Trainerteams aufgebaut werden. Die Standorte orientieren sich an den Regionen, die momentan den größten Zuwachs im Bereich der Nachwuchssportler verzeichnen.

Gibt es für den Spitzensport spezielle Förderprogramme?

Ron van der Hoff: Unsere Spitzensportler erhalten eine Unterstützung vom NOC*NSF, dem Nationalen Olympischen Komitee der Niederlande. Voraussetzung für diese Unterstützung ist ein sogenannter »A-Status«, den der Athlet mit einer Platzierung unter den Top 8 bei einem World Cup, einer Europa- oder Weltmeisterschaft erhält. Die Athleten mit einem A-Status sind finanziell soweit abgesichert, dass sie sich voll und ganz auf den Sport konzentrieren können und nebenbei keinen Beruf ausüben müssen. Im niederländischen Nationalteam haben wir aktuell 12 Athleten mit einem A-Status. Dazu zählen jeweils vier Herren mit dem Recurve, vier Herren mit dem Compound sowie vier Damen mit dem Compound.

In Deutschland konzentriert sich die Spitzensportförderung überwiegend auf die olympischen Disziplinen!

Ron van der Hoff: Das ist in den Niederlanden grundsätzlich aus so. Jedoch hat der niederländische Bogensportverband auch die Disziplin Compound als »Top-Sport« klassifiziert. Durch diese Klassifizierung können auch die Compounder einen Teil der Sportförderung in Anspruch nehmen.

Die Kosten für die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen sind umfangreich. Flüge und Hotels  müssen für die Sportler und Trainer gebucht und bezahlt werden. Wie finanziert der Bogensportverband mit seinen 10.000 Mitgliedern diese Ausgaben?

Ron van der Hoff: Ein kleiner Teil dieser Kosten trägt der Bogensportverband, der überwiegende Teil wird vom NOC*NSF übernommen; der NOC*NSF wird von der Lotto-Gesellschaft unterstützt. Der Bogensportverband erstellt einen Plan zur Verteilung dieser bezuschussten Gelder. Mit diesem Plan wird sichergestellt, dass ein Großteil des Geldes dem olympischen Bogensport zugeteilt wird.

Die niederländischen Schützen kämpfen international vorne mit.
Die niederländischen Schützen kämpfen international vorne mit.

Wie ist das Trainerteam der Nationalmannschaft aufgestellt?

Ron van der Hoff: Der Head-Coach und der Co-Trainer arbeiten hauptberuflich.  Zudem zählt ein Coach für Fitness und Kondition zum Team, der allerdings auch andere Sportarten betreut.

Wie häufig arbeitest du als Head-Coach mit der Nationalmannschaft zusammen?

Ron van der Hoff: Die olympischen Recurve-Athleten trainieren ganzjährig im Olympischen-Training-Center, dem »Sportcentrum Papendal« in der Stadt Arnheim. Man kann diese Einrichtung mit dem Bundesleistungszentrum in Kienbaum vergleichen. Jedoch wohnen die meisten Sportler im Sportcentrum Papendal und die Jugendlichen gehen dort auch zur Schule. Einige Sportler wohnen außerhalb und fahren täglich zum Olympischen-Training-Center. Das Compound-Team trainiert dort einmal in der Woche. Die anderen Trainingszeiten absolvieren die Compounder in ihren Heimatvereinen.

Kannst du etwas zu den Trainingsinhalten sagen?

Ron van der Hoff: Neben dem Schießtraining absolvieren unsere Sportler an zwei Tagen in der Woche ein Kraft- und Ausdauertraining. Hinzu kommen drei Trainingsblöcke für die allgemeine Kondition, bei dem die Sportler Lauf- oder Radtraining absolvieren. Das Krafttraining hat im Jahresverlauf eine unterschiedliche Priorität. Im Winterhalbjahr erhöhen wir das Krafttraining, zum Sommer reduzieren wir es und verstärken das Koordinationstraining. Insgesamt hat das Krafttraining in unserem Team einen hohen Stellenwert. 

/GK
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