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Im Gespräch mit Maja Jager
Im Gespräch mit Maja Jager

„Bei jedem Wettkampf sammle ich neue Erfahrungen !“ - 2008 startete die Dänin Maja Jager als Nachwuchsathletin erstmals bei einem internationalen Wettkampf. 2013, nur wenige Monate nachdem sie ihren Wohn- und Trainingsort nach Südkorea verlegt hatte, holte sie sich ihren ersten Weltmeistertitel. Ihr tägliches Training begleitet der renommierte Trainer Kim Hyung Tak am Archery Training Center in Südkorea. Im Interview aus dem Jahre 2014 gibt Maja Jager einen Einblick in ihr Training.

Wann begann deine Leidenschaft für den Bogensport?

Maja Jager: Es war im Winter 1999. Ich war damals acht Jahre alt. Ich startete mit dem Recurve und bin der Disziplin bis heute treu geblieben.

Ist der Bogensport in Dänemark eine beliebte Sportdisziplin?

Maja Jager: Dänemark hat nicht so viele Bogensportler wie andere Nationen. Ich denke, wir haben etwa 250 aktive Bogensportler, die man auf Wettkämpfen trifft. Im nationalen Bogensportverband sind natürlich mehr Sportler registriert. Dazu zählen auch die Freizeitsportler, die nicht am aktiven Wettkampfgeschehen teilnehmen. Genaue Zahlen habe ich nicht, aber es dürften rund 2.500 bis 3.000 Bogensportler sein, die beim nationalen Bogensportverband in Dänemark registriert sind.

Gibt es in Dänemark Förderprogramme für Spitzenathleten des Bogensports?
Maja Jager: Ja, es gibt eine Unterstützung vom nationalen Bogensportverband und vom »Team Danmark«. Das Team Danmark ist ein nationaler Verband, der Spitzensportler verschiedener Sportarten unterstützt. Dennoch bleibt eine Lücke, die wir als Bogensportler selbst schließen müssen.

Du lebst heute in Südkorea!

Maja Jager: Ja, im März 2013 zog ich nach Südkorea, wo ich nun studiere. Im Training bekomme ich sehr gute Unterstützung von Kim Hyung Tak, meinem Trainer am Archery Training Center.

Wie umfangreich ist dein Trainingsprogramm?

Maja Jager: In der Wettkampfsaison schieße ich täglich zwischen drei und acht Stunden. Während der Wintersaison trainiere ich weiterhin auf 70 Meter. Im Archery Training Center von Kim Hyung Tak können wir aus dem beheizten Gebäude nach außen auf die 70 Meter-Scheiben schießen. Das Schießtraining ergänze ich durch Kraft- und Lauftraining. Außerhalb der Wettkampfsaison umfasst das Kraft- und Lauftraining drei Tage, während der Wettkampfsaison reduziere ich den Umfang zugunsten des Schießtrainings.

Machst du ein psychologisches Training?

Maja Jager: Ja, das psychologische Training ist in das Schießtraining integriert. Wir führen spezielle Formen des Wettkampftrainings durch und verschiedene Schießspiele, die die psychologischen Fähigkeiten trainieren. Darüber hinaus nutze ich keinen speziellen Mentaltrainer.

Welches Material schießt du zurzeit?

Maja Jager: Ich schieße einen HOYT Formula RX mit Quadro-Wurfarmen und 39 Pfund auf den Fingern, EASTON X10-Pfeile, ein SHIBUYA-Visier und Stabilisatoren von EASTON.

Stellst du das Material selbst ein oder gibt es einen Coach, der das Tuning übernimmt?

Maja Jager: Mein Coach berät mich, wenn wir Material austauschen und er berät mich auch im Tuning-Prozess. 

Das abgestimmte Equipment, die Schießtechnik, aber auch die psychologischen Fähigkeiten haben eine Bedeutung für den Sieg bei einem Wettkampf. Wo siehst du die höchste Priorität?

Maja Jager: Im Leistungssport sollte vor einem Wettkampf die Materialabstimmung abgeschlossen sein und die Schützen schießen in der Regel ein optimal abgestimmtes Equipment. Im Wettkampf selbst hat die Schießtechnik einen herausragenden Stellenwert für den Sieg.

Wie sieht dein Wettkampfprogramm aus?

Maja Jager: Seitdem ich in Südkorea lebe, schieße ich nur noch die großen, internationalen Wettkämpfe, also die World Cups, die Weltmeisterschaften und verschiedene Qualifikationswettkämpfe. Damit beschränkt sich der Wettkampfsport für mich auf vier bis fünf internationale Turniere pro Saison.

Ist das Reisen zu den internationalen Wettkämpfen überwiegend mit Spaß verbunden oder wird es manchmal auch sehr stressig?

Maja Jager: Zum Ende einer Wettkampfsaison ist man schon geschafft. Doch überwiegend macht es natürlich viel Spaß. Und bei jedem Wettkampf sammle ich neue Erfahrungen und ich lerne natürlich auch wichtige Dinge, die mich als Sportlerin weiterbringen.

Gibt es eine Person, die deine Sportkarriere stark beeinflusst hat?

Maja Jager: Oh, da gibt es eine ganze Menge Menschen, die an mich geglaubt und mich in den letzten Jahren unterstützt haben. In der jüngsten Vergangenheit gab es in Dänemark einen Wechsel in unserem Trainerteam. Wir haben einen neuen Head-Coach und einen neuen Sport-Manager und die haben einen großartigen Job gemacht. Sie haben einen deutlichen Einfluss auf meine sportliche Entwicklung. Besonders erwähnen möchte ich meinen koreanischen Trainer Kim Hyung Tak.

Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und bedanke mich für das Gespräch!

/GK

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