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Im Gespräch mit Florian Kahllund

Nach dem Sieg beim Antalya-World Cup 2014 - Florian Kahllund holte mit dem olympischen Recurvebogen beim Antalya-World Cup 2014 die Goldmedaille. Damit setzte der 21-jährige Informatikstudent aus Schleswig-Holstein die Erfolgsserie des DSB-Olympiakaders bei der World Cup-Serie 2014 fort. Bereits in Shanghai siegte Elena Richter, beim Medellín World Cup folgten die Goldmedaille der DSB-Damenmannschaft sowie die Silbermedaille für Lisa Unruh. Im Interview mit mir spricht Florian Kahllund über seinen Sieg in Antalya und verrät, warum er mitten im Goldfinale gegen den Koreaner Ku Bonchan zu seinem Zweitbogen greifen musste, bevor er schließlich den entscheidenden Pfeil in der 10 platzierte.

Herzlichen Glückwunsch zu deinem großartigen Erfolg in Antalya! Nach deiner guten Platzierung in der Qualifikationsrunde konntest du sofort in das 1/16-Finale einsteigen und trafst dort auf den routinierten Brady Ellison aus dem US-Team. Ellison ist ein starker Matchpartner! Wie bist du mit der Situation umgegangen.

Florian Kahllund: Ich hab einfach besser geschossen. Brady Ellison zeigte in dem Match sicher nicht seine Bestleistung. Mein Punktestand war höher und so kam ich in die nächste Runde. Für mich lief das Match sehr gut.

Im 1/4-Finale standst du Carlo Schmitz gegenüber, eine völlig andere Matchsituation. Ist so ein deutsch-deutsches Match entspannter?

Florian Kahllund: Ja, es ist keine Drucksituation vorhanden, wenn man mit einen Freund im Match steht.

Im Goldfinale gegen den Koreaner Ku Bonchan machtest du einen recht gelassenen, entspannten und konzentrierten Eindruck!

Florian Kahllund: Ich war tatsächlich recht entspannt. Wenn man in so einem Finale steht, erwartet eigentlich jeder, dass der Koreaner den Sieg davonträgt. Also bin ich recht locker an die Sache herangegangen. Ich dachte mir, „wenn Ku Bonchan schlecht schießt, kann ich gewinnen und wenn er gut schießt und das Finale gewinnt, ist lediglich die Situation eingetreten, die ohnehin jeder erwartet hatte“. So hatte ich keinen besonders hohen Druck und konnte ruhig bleiben. Zum Finalende lief es dann auch noch sehr gut für mich, so dass wir ein gutes Ergebnis erzielen konnten.

Gelang es dir, das Publikum, die TV-Kameras, die Sportjournalisten und die Bedeutung der Situation gedanklich auszublenden?

Florian Kahllund: Ja, das gelang recht gut. So ein Finale verläuft so schnell, dass man keine Zeit hat, sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen. Ich habe das alles nicht wahrgenommen und mich stattdessen auf mein Schießen konzentriert. Außerdem kenne ich ähnliche Finalsituationen aus den Junioren-Cups.

Setzt du in solchen Situationen eine mentale Strategie ein?

Florian Kahllund: Ich versuche einfach entspannt zu schießen und das hat in Antalya gut funktioniert.

Ist das psychologische Training im DSB-Bundeskader mit dem Teampsychologen eine Hilfe?

Florian Kahllund: Die Bewältigung von Drucksituationen im Wettkampf gelang mir auch schon vor dem psychologischen Training. Ich persönlich profitiere von der Zusammenarbeit mit dem Team-Psychologen, weil es mir inzwischen besser gelingt, belastende Alltagssituationen auszublenden, die ich früher mit in den Wettkampf nahm.

Im Goldfinale des Antalya-World Cups gab es Probleme mit deiner Pfeilauflage. Was war da los?

Florian Kahllund: Beim letzten Pfeil der vierten Passe blieb ich mit der Fingerschlinge an der Pfeilauflage hängen, so dass sich der Finger der Pfeilauflage verstellte. Die verfügbare Zeit reichte nicht aus, den Finger zurück in die korrekte Position zu stellen. So musste ich auf den Zweitbogen zurückgreifen. Vor dem Finale konnte ich nur zwei Pfeile mit dem Ersatzbogen schießen und die Visiereinstellung passte nicht. Für die Korrektur der Visiereinstellung blieb in dieser Situation keine Zeit. Als ich mit dem Zweitbogen nun das Goldfinale fortsetzte, musste ich rechts, unten im Bereich der Fünf anhalten.

Auch diese Situation hat dich nicht aus dem Konzept gebracht!

Florian Kahllund: Ich schoss mit dieser Taktik 28 Ringe und konnte mir einen Matchpunkt sichern. Damit war ich recht zufrieden. Beim entscheidenden Stechschuss war dann alles offen. Ku Bonchan schoss eine schlechte Neun und ich wollte nur einen guten Pfeil schießen und daraus wurde dann der entscheidende Treffer in der 10. 

Mit dem Sieg des Antalya-World Cups konntest du die Erfolgsserie der deutschen Bogensportler im internationalen Wettkampfgeschehen 2014 fortsetzen. Wo siehst du die Ursache für diese Entwicklung?

Florian Kahllund: Es läuft im Moment tatsächlich sehr gut. Wir müssen die Auswertung der Trainingsberichte abwarten und können dann sehen, wo wir Zusammenhänge erkennen.

Das World Cup-Finale 2014 in Lausanne wartet auf dich. Wird es Schwerpunkte in deinem Training geben?

Florian Kahllund: Ja. Ich werde weiter an der Schießtechnik arbeiten. Zeitweise stehe ich zu lange im Klicker und ich merke dann, dass die Bogenschulter instabil wird und hoch kommt. Ein Trainingsschwerpunkt wird das konsequentere Arbeiten in der Klickerendphase sein.

Das Team Rio 2016 wird in Kürze zusammengesetzt. Hast du dir die Olympischen Spiele schon im Terminkalender frei gehalten?

Florian Kahllund: Noch habe ich keinen Terminkalender für 2016, aber die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio ist mein sportliches Ziel. Darauf ist mein Training ausgerichtet.

Herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

/GK

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