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Im Gespräch mit der Athletin des 20. Jahrhunderts: KIM Soo-Nyung

Obwohl der großartige Weltrekord mit 1405 Ringe in der FITA-Runde von PARK Sung-Hyun aus Korea aufgestellt wurde, gilt KIM Soo-Nyung - auch wegen ihres olympischen Medaillenspiegels  - als beste Bogensportlerin aller Zeiten. Sie gewann 1988 bei den Bogensportwettkämpfen der Olympischen Spiele in Seoul zwei olympische Goldmedaillen, eine in der Einzelwertung und eine weitere in der Teamwertung. Bei den olympischen Spielen in Barcelona (1992) und Sydney (2000) stockte sie jeweils mit der Damenmannschaft ihre Sammlung der goldenen Medaillen auf. Hinzu kommen in der Einzelwertung eine Silbermedaille in Barcelona sowie eine Bronzemedaille bei den olympischen Spielen in Sydney. Viermal wurde sie Weltmeisterin.  2011 zeichnete der Bogensportweltverband KIM Soo-Nyung als Athletin des 20. Jahrhunderts aus.

Ende Juli 2013 besuchte KIM Soo-Nyung das Trainingscamp in Feucht bei Nürnberg, bei dem deutsche, niederländische und schweizerische Nationalkaderathleten über sechs Tage lang trainierten. Ich führte dort ein Interview mit dem koreanischen Superstar des Bogensports.

Mit welchem Alter begann dein Training als Bogensportlerin?

KIM Soo-Nyung: Die meisten Bogensportlerinnen und Bogensportler beginnen in Korea während der Grundschulzeit mit ihrem Training. Auch bei mir war das so.  Als neunjährige Grundschülerin begann ich mit dem Bogensport.

Wie lange dauerte es nun bis zum ersten Olympiasieg in Seoul?

KIM Soo-Nyung: Es waren genau sieben Jahre und 10 Monate.

Wo siehst du die Basis für deinen Erfolg?

KIM Soo-Nyung: Während meines Trainings schoss ich immer mit älteren Bogensportlern, von denen ich viel gelernt habe. Aus meiner Sicht stellte dieses Training mit den älteren Sportlern die Basis für meine sportliche Entwicklung dar.

Nervosität ist ein Begleiter vieler Bogensportler, die beim Wettkampf auf der Schießlinie stehen. Legt man die Nervosität irgendwann einfach beiseite? 

KIM Soo-Nyung: Ich war auf allen Wettkämpfen nervös. Selbst im Training, wenn wir zwei- oder dreimal wöchentlich eine Leistungskontrolle schossen, konnte ich die Nervosität nicht ablegen.

Gab es eine psychologische Betreuung für die koreanischen Spitzenschützen?

KIM Soo-Nyung: Natürlich hatten wir als Sportler einen Psychologen an unserer Seite, der für unsere mentale Betreuung zuständig war. Heute nutzen alle Nationen einen Psychologen für den Aufbau mentaler Strategien.  Die Betreuung ist heute sogar wesentlich umfangreicher, als sie zu meiner aktiven Zeit als Bogensportlerin war.

Welche Strategie half dir, mit der Nervosität umzugehen?

KIM Soo-Nyung: Meine Nervosität konnte ich nie ablegen. Sie war mein ständiger Begleiter bei Leistungskontrollen und bei den Wettkämpfen. Hier im Trainingscamp konnte ich beobachten, dass einige Bogensportler psychischen Stress beim wettkampfnahen Training besser bewältigen können, als andere.

An internationalen Wettkämpfen nimmst du nicht mehr teil. Trainierst du noch in deiner Freizeit?

KIM Soo-Nyung: Nein. Nach den olympischen Spielen in Sydney beendete ich meine aktive Laufbahn als Bogensportlerin. Im Laufe der Jahre bekam ich Schmerzen im Nacken, und zwar immer dann, wenn ich den Bogen auszog. Das wurde im Laufe der Zeit schlimmer und nach den Spielen im Jahre 2000 beschloss ich, mit dem aktiven Schießen aufzuhören. Heute liebe ich es, den Sportlern auf internationalen Wettkämpfen zuzusehen und das Geschehen zu verfolgen. Inzwischen arbeite ich für den Bogensportweltverband World Archery und bin in die Wettkampforganisation eingebunden. Ich bin also auch bei vielen internationalen Wettkämpfen vor Ort.

Es gibt viele Nachwuchssportler, die im Training an der Verbesserung ihrer Leistungen arbeiten. Gibt es einen Ratschlag für das Training, den du diesen jungen Sportlern geben kannst?

KIM Soo-Nyung: Der Bogensport ist keine einfache Disziplin. Wichtig ist, dass der Nachwuchssportler einen guten Trainer hat, der ihn betreut und ihn auf seinem Weg begleitet. Wenn der Trainer eine gute Arbeit leistet, wird der Bogensport für den Schüler einfach.

Herzlichen Dank für das Interview.

/GK

 

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