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UHYRE Speed – der Vollcarbonschaft von AUREL

Ein Biest mit Potential - AUREL kam erstmals 2012 mit Pfeilschäften und Komponenten auf den Markt. Zwei Jahre später führt die Marke aus Norderstedt in Schleswig-Holstein bereits sieben verschiedene Schafttypen. Dazu gibt es ein Sortiment mit eigenen Komponenten, wie Pfeilspitzen, Pin-Inserts, Bushings, Nocken und Spezialkleber. Für die Zielgruppe der Leistungssportler brachte AUREL kürzlich den Vollcarbonschaft UHYRE Speed heraus. Die Marke verspricht ein Plus an Geschwindigkeit und eine präzise Gruppierung der Pfeile. Schützen sollen mit diesem Schaft neue Leistungsgrenzen erfahren können. Hält UHYRE Speed was AUREL verspricht?

UHYRE Speed ist ein gewickelter hochmodularer Vollcarbonschaft mit einer zylindrischen Form. Zum Herstellungsprozess beschreibt AUREL, dass die Carbon-Filamente zunächst auf einem Trägerpapier mit einem speziellen Harz vorimprägniert werden. So entstehen sogenannte Prepregs. Die Prepregs werden anschließend in unterschiedlichen Winkeln um einen Metallkern gelegt und anschließend mit einem thermoplastischen Band umwickelt. Das hochmodulare Carbon wird nun gebacken, der Metalkern entfernt, die Schaftrohlinge geschliffen und begradigt. Die Gradheit eines jeden Schaftes wird mit Hilfe von Lasern gemessen und mit den Werten .001“ (+/- [inch]) oder .003“ (+/- [inch]) als Aufdruck neben der Angabe zum Spine für den Sportler erkennbar auf den Schaft gedruckt. Dieses Merkmal spiegelt sich im Preis wider. Ein Schaft zur Verwendung als Trainingspfeil mit einer Gradheit von .003“ kostet im Duzend UVP € 15,-, ein Schaft zur Verwendung als Wettkampfpfeil mit einer Gradheit von .001“ kostet im Duzend UVP € 18,-. Sportler haben so die Möglichkeit, sich neben ihrem Satz Wettkampfpfeile, einen kostengünstigeren Satz Trainingspfeile mit dem gleichen Spine zuzulegen. Die Abweichungen in der Gradheit sind allerdings derart minimal, dass sie kaum ins Gewicht fallen, wie ein späteres Beispiel aus der Praxis zeigen wird. Ausgeliefert werden alle UHYRE Speed Spines mit einer Länge von 33“.

Besonderheiten zum Spine

Der Schaft ist in vollen Spinewerten zwischen 400 bis 800 erhältlich. AUREL stuft den Spine des UHYRE Speed in 50er-Schritten ab, so dass insgesamt neun verschiedene Spinewerte im Angebot sind. Beim Vermessen des statischen Spines richtet sich auch AUREL, so wie es international üblich ist, nach dem ASTM F2031-05 (2010)-Standard. Beim Abschuss zeigt sich allerdings, dass der UHYRE Speed gegenüber anderen Pfeilschäften ein steiferes Verhalten zeigt. Der Schaft schnellt wesentlich rascher in seine Ausgangslage zurück. Das dynamische Schwingungsverhalten nach dem Lösen der Sehne ist beim UHYRE Speed deutlich reduziert. Das hat zur Folge, dass der Recurveschütze beim Wechsel von einem handelsüblichen Carbon- oder Aluminium/Carbon-Schaft zum UHYRE Speed grundsätzlich einen vollen Spine höher auswählen sollte. Etwas niedriger kann die Spineerhöhung um lediglich 50 ausfallen, wenn der Sportler besonders schnelle Carbonwurfarme schießt. Compoundschützen können einen identischen Spine wählen oder einen vollen Spine höher gehen. Eine Beratung im Fachhandel ist bei der Auswahl des richtigen Spines zu empfehlen.

Gewicht

Uhyre Speed hat je nach Spine beachtliche Gewichtswerte von nur 6,9 bis 4,4 grain per inch (GPI). Berücksichtigt man zusätzlich die oben beschriebene Spine-Auswahl, kann der Schütze mit diesem Schaft signifikante Gewichtseinsparungen realisieren. Das führt bei gleichem Zuggewicht des Bogens zu mehr Geschwindigkeit, zu einem weiteren Pfeilflug und zu einer flacheren Flugbahn. Sportler können mit diesem Schaft also ihr Zuggewicht merklich reduzieren und haben trotzdem keine Einbußen bei Entfernung und Geschwindigkeit.

Spitzen

Für den UHYRE Speed bietet AUREL Break-Off Edelstahlspitze mit einem Gewicht von 130 grain (130 / 120 / 110 / 100) an. Die Spitze kostet im Duzend je UVP € 2,25. Die Spitzenform hat im vorderen Bereich gegenüber dem Schaft einen größeren Durchmesser. Mit diesem Konstruktionsmerkmal erreichen die Spitzenhersteller, dass der Carbonschaft beim Einschlagen in das Scheibenmaterial geschont wird. Neben den AUREL-Spitzen können auch Spitzentypen der Marke TopHat verwendet werden. AUREL bietet auf der Website eine Kompatibilitätsliste an. AUREL untersagt ausdrücklich die Verwendung von Heißklebern jeglicher Art. Wer sich beim Einkleben für den AURUM CA Spezialkleber von AUREL entscheidet, sollte das passende Spitzengewicht gefunden haben, denn die Spitzen können nach Verwendung dieses Klebers nicht mehr aus dem Schaft entfernt werden. Wegen der zylindrischen Form ist das Kürzen des Schaftes auch nach dem Verkleben der Spitze problemlos am Schaftende möglich.

AUREL-CA Spezialkleber gibt Spitzen nicht wieder frei.
AUREL-CA Spezialkleber gibt Spitzen nicht wieder frei.

Nocken

AUREL empfiehlt die Verwendung von Pin-Inserts und Pin-Nocken und hat für jeden Schaft einen passgenauen PERN Pin-Insert im Programm. Im Vergleich zu einer Direktnocke, wird das Schaftende durch ein Pin-Insert besser geschützt. Nockentypen aus dem Sortiment von AUREL oder aber verschiedene Typen der BEITER-Nocken können problemlos mit den AUREL Pin-Inserts verwendet werden.

Messungen

Die Vermessung eines Dutzend handelsüblicher UHYRE Speed-Schäfte 650/.003 ergab minimale Gewichtstoleranzen. Das durchschnittliche Gewicht eines Schaftes in voller Länger mit 33“ lag bei unseren Messungen bei 166,43 grain. Die Toleranz zwischen dem Schaft mit dem höchsten und dem leichtesten Gewicht lag bei 0,6 grain. Die Gewichtstoleranz bei der Vermessung eines Dutzend AUREL Break-Off Edelstahlspitzen lag bei 0,4 grain, bei den AUREL Pin-Insets bei 0,2 grain. Fügt man nun die schwersten Komponenten zusammen, unterscheiden sie sich von dem leichtesten Komponentenmix um gerade mal 1,2 grain; das entspricht 0,08 Gramm.

Als 29“-Pfeil brachte der UHYRE Speed mit der 130 grain-Spitze, einer Insert-Nocke und Sping Wing-Befiederung insgesamt 281 grain auf die Waage. Gegenüber ACE-Schäften mit den Komponenten liegt das Gesamtgewicht des UHYRE Speed um rund 35 grain niedriger (2,27 Gramm).

Bei den Geschwindigkeitsmessungen wurden 29“-Pfeile mit einem Hoyt Formula RX und Quadro-Wurfarmen mit einem realen Zuggewicht von 41# geschossen. Im Durchschnitt zeigte der UHYRE Speed gegenüber einem ACE eine um 9,2 fps höhere Geschwindigkeit und erreichte im Schnitt 199,5 fps (218,36 km/h). Der Schaft trägt also zu Recht seinen Namenszusatz „Speed“. Diese höhere Geschwindigkeit zeigt sich auch in der Schießpraxis. Auf 70 Meter schlug der UHYRE Speed bei unserem Test gegenüber einem ACE-Schaft rund 80 cm höher ein. Ein schnellerer Pfeil ist den Einflüssen des Windes nicht so lange ausgesetzt. Letztlich sagt die Geschwindigkeit allerdings nichts über die Gruppierung der Pfeile aus.

Der UHYRE Speed im Einsatz

Um die höhere Federkraft des Schaftes zu kompensieren, empfiehlt AUREL beim Umstieg auf den UHYRE Speed die Verwendung einer härteren Buttonfeder bei Recurvebögen, bzw. einer härteren Auflage bei Compoundbögen. In unseren Tests reagiert der Schaft unmittelbar auf Veränderungen des Buttondrucks. Ebenso unmittelbar reagiert der UHYRE Speed auf Lösefehler eines Recurveschützen und quittiert diese sofort durch ein Ausreißen und das macht sich auf weiten Entfernungen besonders bemerkbar. Insofern liegt AUREL keineswegs falsch, wenn als Zielgruppe für den Schaft die Leistungs- und Spitzensportler genannt werden. Ein konstant sauberes Lösen ist für Pfeilgruppierungen erforderlich. Compoundschützen erzeugen beim Lösen der Sehne mit dem Release nicht den für Recurveschützen typischen Sehnenreflex. Damit reduzieren sich hier die lösebedingten Ausreißer der Pfeile. Top-Athlet Jens Asbach setzte den UHYRE Speed mit einer Gradheit von .003“ bei der Qualifikation zur Feldbogen-Weltmeisterschaft ein. Das Fazit des Compoundschützen lautet: „Es ist einer der besten Vollcarbonschäfte, den ich je geschossen habe. … Die Pins und Spitzen können bei den Marktführern mithalten.“ Asbach will den UHYRE Speed nun auch bei der Feldbogen-Weltmeisterschaft der World Archery einsetzen, trotz der geringeren Gradheit von .003“ (+/- [inch]).

Fazit

Der gewickelte UHYRE Speed Vollcarbonschaft ist leicht, schnell und robust. Das Biest entpuppt sich als Diva und verzeiht keine Fehler. Präzise Ergebnisse sind zu erwarten, wenn der Sportler eine saubere Schießtechnik beherrscht; das betrifft insbesondere das Lösen der Sehne bei Recurveschützen. Für Freizeitsportler ist dieser Schaft nicht geeignet. Diese sollten dann besser auf andere Modelle ausweichen und AUREL bietet derzeit für diese Zielgruppe den Vollcarbonschaft ORYX an. Bei der Auswahl des richtigen Spines, sollten sich Interessenten an den Fachhandel wenden, um vor Ort einen geeigneten Schaft zu finden, der zur individuellen Bogenkonfiguration passt. Eine Händlerliste ist, z.B. auf der Website von AUREL hier hinterlegt: www.aurel-archery.de

/GK

 

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