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Teil 2: BEITER Spezial - Pfeile in der Tuningwerkstatt

In diesem zweiten Teil des BEITER SPEZIAL werden Arbeiten und Werkzeuge beim Zusammensetzen der Pfeile näher beschrieben.

Entgraten eines Pfeilschaftes aus Alu- oder Alu-Carbon

Beim Kürzen eines Pfeilschaftes mit einem handelsüblichen Pfeilschneidegerät bildet sich an der Schnittkante des Aluminiums ein Grat mit scharfen Kanten. Bevor der Schaft gereinigt wird, sollte der Grat am Schaft entfernt werden. BEITER bietet speziell für diesen Arbeitsvorgang einen Entgrater an.  Der Metallkopf mit der Entgratungseinheit wird in den Schaft geführt. Mit einer kreisförmigen Drehung des Griffs fährt die Entgratungseinheit des Tools entlang der inneren Schnittkante des Pfeilschaftes und entfernt so den Grat mit seinen scharfen Kanten im „Handumdrehen“. Nach dem Entgraten sind die Vorbereitungen für die Reinigung des Schaftes abgeschlossen.

Der BEITER Entgrater entfernt die scharfe Kanten eines Grates aus dem Pfeilschaft.
Der BEITER Entgrater entfernt die scharfe Kanten eines Grates aus dem Pfeilschaft.

Reinigung des Pfeilschaftes

Vor dem Einkleben der Pfeilspitze und dem Einsetzen der Nocke wird eine Reinigung des Pfeilschaftes empfohlen. Letzte Rückstände aus dem Herstellungsprozess des Pfeilschaftes sowie Aluminiumsplitter, die nach dem Entgraten im Schaft haften, werden bei der Reinigung entfernt.

Tipp zum Reinigen

Andreas Lorenz von der Firma BEITER setzt bei der Reinigung handelsübliche Pfeifenreiniger ein. Ein reißfestes Garn einer Mittelwicklung wird am Pfeifenreiniger und an einem Metallstab (oder anderem stabförmigen Gewicht) befestigt. Der Stab wird in den Schaft geführt und zieht mit seinem Gewicht den Faden durch den Pfeilschaft. Mit einem leichten Zug am Faden kann nun der Pfeifenreiniger durch den Schaft gezogen werden.

Nun wird der Schaft für das spätere Befiedern im hinteren Bereich mit Aceton gereinigt. Diese Reinigung am Schaftende garantiert einen festen Halt des Federnklebers.

Lösungsmittel beschädigen die Materialstruktur der Nocke!

Beim Arbeiten mit Lösungsmitteln, wie beispielsweise Aceton, sind die Nocken aus dem Arbeitsbereich zu entfernen. Erst nach einigen Minuten, wenn sich lösungsmittelhaltige Dämpfe vollkommen verflüchtigt haben, darf die BEITER-Nocke eingesetzt werden.

Einkleben der Pfeilspitzen

Spezieller Spitzenkleber sorgt für einen festen Halt der Pfeilspitze im Schaft. In der Regel kommt ein Heißkleber zum Einsatz. Auch hier gilt: Vor der Verwendung von lösungsmittelhaltigen Klebern ist die BEITER-Nocke zu entfernen und außerhalb der Dämpfe aufzubewahren. Andernfalls würden die lösungsmittelhaltigen Dämpfe von der Pfeilspitze und der Nocke im Schaft eingeschlossen.

Einsetzen der Nocke

Das beschädigungsfreie Einsetzen der BEITER-Nocke erfolgt mit dem Tool Push'n'Pull, das im ersten Teil dieser Artikelserie vorgestellt wurde. Das Tool ist jeweils für die unterschiedlichen Größen der BEITER-Nocke erhältlich.

Mit dem Tool Push'n'Pull die Beiter-Nocken beschädigungsfrei einsetzen oder entfernen.
Mit dem Tool Push'n'Pull die Beiter-Nocken beschädigungsfrei einsetzen oder entfernen.

Tipp zum festen Sitz der Nocken

Sitzt die Nocke nicht fest im Schaft, wird zunächst ein schmaler Streifen eines hauchdünnen Teflonbandes über das Schaftende gelegt. Anschließend wird die Nocke auf den Pfeilschaft geschoben. Teflonband ist im Baumarkt für rund € 2,- erhältlich und sollte in keiner Pfeil- und Bogenwerkstatt fehlen.

Wenn die Nocke nicht komplett in den Schaft geschoben werden kann, sollte sie in den Kühlschrank gelegt werden. Das Material zieht sich durch die Kälte leicht zusammen und kann dann in den Schaft geschoben werden.

Die besondere Bedeutung des Nockadapters

Der Nockadapter ist erforderlich, weil sich nur damit die asymmetrische BEITER-Nocke zentral in die Nockaufnahme des Befiederungsgerätes oder in den BEITER Tri-Liner setzen lässt. Bei der Verwendung werden die BEITER-Logos der Nocke und des Nockadapters in die gleiche Richtung gebracht. Dann wird die Nocke in den Nockadapters geführt, bis sie einrastet. Passende Nockadapter sind für die Nockgrößen 1 und 2 erhältlich.

Nur mit dem BEITER-Nockadapter sitzt die asymmetrische Nocke zentral in der Nockaufnahme eines Befiederungsgerätes.
Nur mit dem BEITER-Nockadapter sitzt die asymmetrische Nocke zentral in der Nockaufnahme eines Befiederungsgerätes.

Mit dem Tri-Liner die Federposition markieren

Mit dem BEITER Tri-Liner werden auf dem Pfeilschaft die Positionen der Spin Wings, Rite Flite, Kurly Vanes oder ähnlichen Vanes markiert. Nockadapter gehören zum Lieferumfang. Geeignet ist das Tool für Pfeilschäfte mit einem Durchmesser von bis zu 7,2 mm. Dieser maximale Durchmesser entspricht einem Aluminiumschaft mit einem 19er Spine.

Das Stellrad des Tri-Liner garantiert, dass jede beliebige Federposition auf dem Pfeilschaft eingestellt werden kann. Mit einer Drehung von bis zu 120 Grad können die Markierungen für die Federn auf dem Schaft stufenlos gesetzt werden. Will der Sportler seinen bestehenden Pfeilsatz erweitern, nutzt er einen bereits befiederten Pfeil, um den Einstellbereich auf Grundlage der vorhandenen Federpositionen mit dem Tri-Liner abzumessen. Diese Einstellung wird bei der Befiederung der neuen Schäfte übernommen. Will der Sportler einen komplett neuen Pfeilsatz befiedern, entscheidet er sich, in welcher Ausrichtung die Befiederung gesetzt werden soll (Leitfederprinzip oder Y-Befiederung).

Der Tri-Liner verfügt über einen stufenlosen Einstellbereich von 120 Grad.
Der Tri-Liner verfügt über einen stufenlosen Einstellbereich von 120 Grad.

Tipp: die Y-Befiederung

BEITER empfiehlt seit vielen Jahren für den Recurvebogen die Y-Befiederung, bei der eine Feder nach unten ausgerichtet ist. Bei High Speed-Aufnahmen mit Spitzenanthleten konnte im Werner & Iris-Center in Dauchingen belegt werden, dass sich der Pfeil nach dem Buttonreflex horizontal von der Pfeilauflage entfernt. Die unten angeordnete Feder passiert die Pfeilauflage in der Regel berührungsfrei. Problematisch hingegen zeigte sich bei diesen Aufnahmen die herkömmliche Befiederung, bei der die Leitfeder horizontal ausgerichtet ist. Die hierbei unten, rechts angeordnete Feder (bei Rechtsschützen) kommt der Pfeilauflage so nahe, dass die „Clearance“ verloren geht. Kommt es so zum Kontakt zwischen der Feder und der Pfeilauflage, setzt eine Streuung der Pfeile ein. Die Y-Befierung reduziert dieses Risiko.

BEITER entwickelt unkomplizierte Lösungen: beim Einsetzen des Pfeils in den Tri-Liner wird das BEITER-Logo des Nockadapters auf den roten Indikator des Stellrings ausgerichtet.

Das BEITER-Logo des Nockadapters wird beim Einsetzen in den Tri-Liner auf den roten Indikator des Stellrings ausgerichtet.
Das BEITER-Logo des Nockadapters wird beim Einsetzen in den Tri-Liner auf den roten Indikator des Stellrings ausgerichtet.

Auf die Arme des Tri-Liners werden rote Reiter aus Kunststoff gesetzt. Mit Hilfe der Skalierung auf den Armen lässt sich so die Länge und Position der Federn markieren. Im nächsten Arbeitsschritt wird zunächst ein Arm des Tri-Liners an den Pfeil angelegt. Durch das prismaförmige Ende richtet sich der Arm immer exakt gerade am Pfeilschaft aus. Nun wird mit einem Stift eine Linie auf dem Pfeilschaft gezogen, der die Position der ersten Feder am Schaft markiert. Anschließend folgt die Markierung für die folgende Feder durch das Anklappen des zweiten Arms. Wichtig ist, dass der Anwender beim Setzen der Markierungen jeweils nur einen Arm des Tri-Liners an den Pfeilschaft anlegt.

Mit jedem Arm des Tri-Liners wird eine Markierung für die Position einer Feder gesetzt.
Mit jedem Arm des Tri-Liners wird eine Markierung für die Position einer Feder gesetzt.

Tipp zur Reinigung des Tri-Liners

Ist der Tri-Liner durch den Marker verunreinigt, kann dieses Material mit einem Lösungsmittel gereinigt werden.

Spin Wings verkleben mit dem Wing Holder

Mit dem BEITER Wing Holder werden Spin Wings mit einer Länge von 1 ¾“ exakt auf den Pfeil geklebt. Die Federn können gerade oder aber unter Verwendung der roten Distanzhülsen in einem leichten Winkel verklebt werden.

Spin Wings verkleben mit dem Wing Holder.
Spin Wings verkleben mit dem Wing Holder.

Die Spin Wing wird in den Wing Holder eingeschoben und bündig an der vorderen Kante des Tools ausgerichtet. Nun wird der Klebestreifen auf die Feder gesetzt. Die überstehenden Ränder des Klebebandes werden anschließend abgeschnitten. Die Feder ist jetzt für das Verkleben vorbereitet.

Auf der gelben Rückseite des Wing Holders sind die Beschriftungen „Nock“ sowie „Point“ angebracht. Sie dienen der korrekten Ausrichtung des Wing Holders beim Verkleben der Feder. In der Regel kleben Sportler die Federn mit dem Wing Holder grade auf den Pfeilschaft. Sportler, die ihre Spin Wings mit einem Winkel von 1 Grad aufkleben möchten, setzen eine mitgelieferte, rote Buchse auf den blauen Stift des Wing Holders, der nahe der Beschriftung „Point“ liegt.

Zum Kleben der Feder wird zunächst das zweite Deckblatt des Klebestreifens entfernt. Der Wing Holder wird seitlich an den Pfeilschaft geführt, bis die beiden blauen Stifte des Tools am Schaft anliegen. Diese Stifte garantieren die exakte Ausrichtung der Feder zum Schaft. An der vorderen Kante des Wing Holders befinden sich zwei kleine Aussparungen, die nun direkt über die gezeichnete Linie gesetzt werden, die die Federposition markiert. Der Wing Holder wird nun auf den Pfeilschaft gedrückt. Anschließend wird der Pfeilschaft so gedreht, dass die Spin Wing aus dem Wing Holder herausgleitet. Der Wing Holder verfügt über eine halbrunde Aussparung an der vorderen Kante. Hier kann der Sportler beim Herausdrehen des Pfeilschaftes die Spin Wing mit dem Fingernagel unterstützend fixieren.  Das Tool arbeitet präzise und ermöglicht das exakte Verkleben der weiteren Federn in der identischen Ausrichtung auf dem Pfeilschaft.

Sportler können bereits im Vorfeld eines Wettkampfes mehrere Federn in den Wing Holdern präparieren und im Köcher aufbewahren. Im Wettkampf werden die Federn im Bedarfsfall ohne Vorbereitungen sofort verklebt.

TIPP zur Befiederung

Spitzensportler verkleben ihre Spin Wings, Rite Flite, Kurly Vanes oder ähnliche Vanes in der Regel gerade auf den Schaft. Durch die geschwungene Form der Federn erhält der Schaft seine Rotation im Flug. Werden die Federn in einem leichten Winkel aufgeklebt, erhöht sich die Rotation des Pfeils im Flug. Allerdings reduziert sich dann die Pfeilgeschwindigkeit. Insbesondere bei weiten Distanzen kann sich die reduzierte Geschwindigkeit nachteilig auf den Pfeilflug auswirken. Eine Streuung der Pfeile setzt dann ein.

Mit dem Balance Clip den F.O.C. prüfen

Mit dem BEITER Balance Clip wird der Schwerpunkt des Pfeils ermittelt. Der Schwerpunkt ist bedeutend für den Pfeilflug. Der Balance Clip wird auf den Pfeilschaft geschoben und rastet dort ein. Der Pfeil wird nun mit dem Balance Clip auf eine grade Fläche gestellt und so lange im Clip verschoben, bis der Pfeil ausbalanciert ist. Der ermittelte Schwerpunkt wird mit einem Stift auf dem Schaft markiert.

Mit Hilfe dieser Markierung lässt sich der individuelle F.O.C. (front of center) berechnen. Dazu wird zunächst die Distanz von der Markierung bis zur Pfeilspitze in mm gemessen (S). Anschließend wird die gesamte Pfeillänge vom Nockboden bis zum Spitzenende gemessen(L). Die Formel für die Berechnung des F.O.C. in Prozentangaben lautet: ((L/2)-S) x 100/L. Ein Beispiel: S=290 mm, L=780 mm ergibt einen F.O.C. von 12,82 %. Eine Rechenfunktion für den F.O.C. ist auf www.wernerbeiter.com abrufbar. Diese Funktion kann über die Suchfunktion der Website mit dem Stichwort „Balance Clip“ gefunden werden.

Berechnung des F.O.C. mit dem Balance Clip.
Berechnung des F.O.C. mit dem Balance Clip.

Tipp 1 zum F.O.C.

Wo exakt der ideale F.O.C. eines Pfeiles liegt, ist abhängig von der individuellen Konfiguration des Sportbogens und der Pfeile. Zuggewicht und Pfeiltyp spielen u.a. eine Rolle. Tests auf der Schießlinie sind erforderlich. Die Gruppierungen der Pfeile verändern sich bei den verschiedenen Variationen des F.O.C. Sportler können sich zunächst an Richtwerten orientieren, die allerdings bei den zahlreichen Schafttypen unterschiedlich sind, z.B. A/C/C bei 9-11%, beim A/C/E bei 11-16 % und beim X10 bei 14-20%. Bei den Tests auf der Schießlinie werden die Pfeilgruppen mit einem Maßband vermessen. Die Materialkonfiguration, die zum geringsten Gruppierungsdurchmesser führt, ist letztlich maßgeblich bei Ermittlung des idealen F.O.C.

Tipp 2 zum richtigen Schwerpunkt

Alle Pfeile eines Sportlers sollten einen identischen Schwerpunkt aufweisen. Bei diesem Test wird mit dem Balance Clip der Schwerpunkt aller Pfeile vermessen und markiert. Minimale Abweichungen sind von Pfeil zu Pfeil möglich. Sie können beispielsweise durch eine zusätzliche Wicklung des schwarzen Tapes an den Spin Wings ausgeglichen werden.

Tipp 3 zum richtigen Schwerpunkt

Auch Rohschäfte müssen bei den Testverfahren den Schwerpunkt der befiederten Pfeile aufweisen, damit aussagekräftige Testergebnisse ermittelt werden können. Dazu wird der Schwerpunkt eines befiederten Pfeiles auf den Rohschaft übertragen. Im Bereich der fehlenden Befiederung wird so viel Klebeband auf den Schaft gebracht, bis auch der Rohschaft im Balance Clip ausbalanciert ist.

Die Workstation für das Tuning

Ein praktisches Tool für die Pfeil- und Bogenwerkstatt ist die BEITER-Workstation. Sie bietet einen gebündelten Stauraum für Werkzeuge und Komponenten, die im Tuningprozess griffbereit aufbewahrt werden. Hülsen in unterschiedlichen Durchmessern bieten Platz für Werkzeuge oder Stifte und Marker. Bis zu sechs Pfeilschäfte können zum Trocknen von frisch verklebten Federn an den abnehmbaren Balance-Clips befestigt werden. In der Pfeil- und Bogenwerkstatt kann eine Workstation mit dem Zubehör für die Hallenpfeile und eine weitere für die Outdoor-Pfeile ausgestattet werden. Neben der Workstation ist der BEITER-Butler erhältlich, der nicht ganz so üppig ausgestattet ist, keine Balance Clips enthält, und dennoch ein praktisches Tool für die Aufbewahrung von Werkzeugen, Komponenten und Pfeilschäften ist.

Die Workstation für das Tuning.
Die Workstation für das Tuning.

In Kürze folgt der nächste Teil dieser Artikelserie.

Informationen der Firma Beiter im Internet

Überblick aller Artikel dieser Serie

Text: GK

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