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Der Pfeilzieher AROJAC im Praxistest

Kunststoffpfeilzieher aus dem Fachhandel helfen dem Bogensportler, Pfeile aus den Scheiben zu ziehen. Doch stoßen diese kleinen Helfer schnell an ihre Grenzen, wenn das Scheibenmaterial zu fest ist. Dann wird das Ziehen der Pfeile zur Kraftübung. Viele Bogensportler kennen die Szenerie, wenn Compoundschützen zu zweit und mit vollem Krafteinsatz an einem Pfeil reißen, während der dritte die Stramitscheibe festhält. Steckt ein Pfeil tief im hölzernen Scheibenständer, kommen Messer und Schraubendreher zum Einsatz und bei geschickter Vorgehensweise gelingt es nach Minuten, den Schaft ohne Beschädigungen aus dem Holz zu bergen.  Hilfe verspricht in diesen Fällen die technische Pfeilziehhilfe AROJAC von Hamskea Archery Solutions aus den USA. Im Produktvideo des Unternehmens werden Pfeile mühelos aus 3D-Zielen und aus einem Holzbrett gezogen. Doch arbeitet die Pfeilziehhilfe AROJAC tatsächlich so simpel, wie es im Produktvideo versprochen wird? Können die Pfeilschäfte  mit dem AROJAC  gezogen werden, ohne sie zu beschädigen? Wir gehen diesen Fragen im Produkttest nach.

Pfeilziehhilfen aus Kunststoff

Die kantige FlexPull ist eine Pfeilziehhilfe aus Hartgummi, die in knalligen Farben erhältlich ist. Auch die runde Power Disk von Gas Pro zählt zu den hervorragenden Pfeilziehhilfen. Klein und handlich können diese Tools am Köcher getragen werden und leisten ihre Dienste bei weichem Scheibenmaterial. Zudem schützen sie beim Ziehen eines beschädigten Karbonpfeils vor unangenehmen Verletzungen, denn sie verhindern, dass sich Karbonfasern tief in die Finger graben. Sie sollten zur Grundausstattung eines jeden Bogensportlers zählen, der Karbonpfeile schießt.

Pfeilziehhilfen schützen vor Verletzungen durch Karbonfasern.
Pfeilziehhilfen schützen vor Verletzungen durch Karbonfasern.

Technische Informationen zum AROJAC

Der niederländische Großhändler für den Bogensport „JVD Distribution“ übersandte uns für diesen Testbericht die Pfeilziehhilfe AROJAC. Das Tool aus Metall ist solide verarbeitet und lediglich zwei 12 cm lange Backen, die den Pfeil beim Ziehen umklammern, sind aus einem Hartgummi verarbeitet. Die Hartgummibacken verklebt der Hersteller auf Metallstreben und diese werden durch eine Metallfeder zusammengepresst. Beim Einsatz des Tools wird der Pfeilschaft zwischen die Hartgummibacken platziert. Der Anwender greift einen Hebel des AROJAC und führt ihn nach hinten. Dieser Hebel schiebt einen Bolzen gegen die Scheibe und drückt dabei das gesamte Tool mit Pfeilschaft bis zu 5,5 cm nach hinten.  Sollte der Pfeil dann noch immer in der Scheibe stecken, wird das Tool neu angesetzt und der Ablauf wiederholt, bis der Pfeil aus der Scheibe gezogen ist. Ein bedeutendes Konstruktionsmerkmal des AROJAC sind die unabhängig arbeitenden Systeme aus Hebel und Bolzen sowie die Komponenten rund um die Hartgummibacken. Die Erhöhung des Zugs am Hebel hat dadurch keine Auswirkung auf die Höhe des Pressdrucks der Hartgummibacken. Dadurch soll gewährleistet werden, dass der Pfeilschaft keinen Schaden durch die Zunahme eines Pressdrucks nimmt.

Der AROJAC hat eine Länge von 26 cm und eine Breite von 4,5 cm. Der Verkaufspreis liegt bei rund € 145,-. 

Der AROJAC im Einsatz.
Der AROJAC im Einsatz

Der AROJAC im Praxistest

Test 1 – Beschuss einer Stramitscheibe
Robin Jöcker vom Team DAKOTA Bogensport ist ein erfahrener Compoundschütze und kennt die Probleme beim Ziehen von Pfeilen aus harten Stramitscheiben. Er unterstützte die Testreihe. Zunächst schoss Robin Jöcker einen VAP-Karbonpfeil mit 54 Lbs. auf eine Stramitscheibe und versuchte, ihn mit dem FlexPull zu ziehen. Der Krafteinsatz war groß und der Pfeil bewegte sich nicht. Nun setzte Robin Jöcker den AROJAC ein. Der Pfeilschaft wurde zwischen die Hartgummibacken platziert. Beim Zurückziehen des Hebels zeigte sich, dass der Federdruck, der die 12 cm langen Hartgummibacken auf den Pfeil presste, unzureichend war, um den Pfeil beim Ziehvorgang im Tool zu fixieren.  Beim zweiten Versuch erhöhte er mit der Hand den Pressdruck der Hartgummibacken. So konnte der Pfeil ohne weitere Probleme aus der Scheibe gezogen werden. Der erste Test war also erfolgreich.

Test 2 – Beschuss eines Fichtenholzbrettes
Mit 45 Lbs. auf den Fingern schossen wir mit einem Recurvebogen einen ACE-Pfeil auf ein zwei Zentimeter dickes Brett aus Fichtenholz. Die Pfeilspitze durchbohrte das Brett und der Schaft blieb stecken. Der AROJAC wurde wie im ersten Test eingesetzt und konnte auch hier überzeugen. Der Pfeil wurde aus dem Holz gezogen.

Beim Beschuss eines massiven Holzbalkens kommt auch der AROJAC an seine Grenzen.
Beim Beschuss eines massiven Holzbalkens kommt auch der AROJAC an seine Grenzen.

Test 3 – Pfeilziehen bei Nässe
Bei Regen versagen einige Pfeilzieher aus Hartgummi, weil sie ihre Haftung auf dem Schaft verlieren. In unserer Testreihe befeuchteten wir den Pfeilschaft sowie den AROJAC mit Wasser. Der AROJAC arbeitete zuverlässig und zog den Pfeil problemlos aus einer Stramitscheibe.

Test 4  - Beschuss eines massiven Holzbalkens
Robin Jöcker schoss nun mit seinem 54 Lbs.-Compound einen VAP-Karbonpfeil auf einen massiven Holzbalken aus Fichtenholz. Die später durchgeführte Messung ergab, dass sich der Pfeil samt Spitze 4,5 cm in das Holz gebohrt hatte. Hier zeigte der AROJAC erstmals seine technischen Grenzen. Erst nach zahlreichen Versuchen und einem enormen Kraftaufwand gelang es, den Pfeilschaft aus dem Holz zu ziehen. Die Pfeilspitze verblieb im Holz. Der Schaft war nicht beschädigt. Insofern war das Ergebnis noch akzeptabel. Beim Beschuss des Holzbalkens mit einem dünnen X10-Pfeil konnte auch der AROJAC keine Hilfe mehr leisten. Dieser Pfeil blieb im Holz stecken.

Fazit unseres Tests

Recurveschützen mit mittleren Zuggewichten können ihre Pfeile mit Hilfe des AROJACs selbst aus Holz ziehen, ohne dass es zu Beschädigungen des Schaftes kommt. Wer mit seinem Compound und einem entsprechend hohen Zuggewicht im 3D-Parcours unterwegs ist oder im Wettkampf auf Stramit schießt, wird vom AROJAC begeistert sein. Doch selbst dieses Tool zeigt seine Grenzen, wenn dünne Pfeile mit hohen Zuggewichten in massives Holz geschossen werden. Der AROJAC ist eine praktische Pfeilziehhilfe, die den Muskeleinsatz des Bogenschützen beim Pfeilziehen schont. Mit  etwa 145,- Euro muss der Käufer zunächst tief in die Tasche greifen, doch die solide Verarbeitung des Tools lohnt sich und verspricht einen Einsatz über viele Jahre.

Text GK

 

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